4.8.-4.9.2010
Viewing Lounge –
Chris Newman, Slice Frame Streched

Video
2007
39,26 Min.
Kunstmuseum Magdeburg


Chris Newman, Slice Frame Streched, 2007, Standbilder

Die Videos von Chris Newman (geb. 1958 in London) entstehen nebenbei. Er ist bekannt als Komponist zeitgenössischer Musik, tritt als Sänger in Erscheinung, schreibt Gedichte und Texte und seit einigen Jahren widmet er sich auch der Malerei. Gleich in welchem Medium er tätig wird, er bringt das verwendete Material der Worte, Bilder oder Klänge selber zum sprechen und das sollte am besten „schrottig“ sein. Gemeint ist, Newman stellt sich Stoffen, wie sie im Grunde jedem zugänglich sind, mal ist es der eigene Alltag, den er filmisch aufgreift, in diesem Video verwendet er Michelangelo Antonionis berühmten Film „Blow up“ aus dem Jahre 1966. War es persönliche Sympathie für diesen Film, Erinnerung an die eigene Jugend in England, ist es die treffende Charakteristik, mit der der italienische Regisseur die Realität und die Träume der Jugend der 1960er Jahre erfasst? Newmans Video zerstückelt den Film, dehnt und überschneidet seine Bilder. An die Stelle der Filmhandlung tritt eine Ikonografie der englischen Popkultur in filmischen Erinnerungssplittern, überraschend präzise und simpel, wie alle Videos von Chris Newman.

Günter Unterburger
KANON.
20. Juni - 29. August 2010


Günter Unterburger, Neue Heilige, Erzengel Gabriel u. Raphael (li. Foto), hl. Ursula (re. Foto)
Fotos: Kunstmuseum

Die Skulpturen, die Günter Unterburger unter dem Titel KANON ab 19. Juni 2010 im Kunstmuseum Magdeburg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, unterschreiten knapp die normale Lebensgröße, tragen Alltagskleidung und ähneln ihren Betrachtern in Physiognomie und Habitus. Dennoch sind es seltsam anmutende Brüche, die diese Figuren charakterisieren. Da ist das ausdrucksstarke Gesicht eines jungen Mannes, schmal und ausgewogen, doch viel zu groß sitzt der Kopf auf dem kindlich proportionierten Körper.
Günter Unterburgers Beschäftigung mit dem menschlichen Körper entspricht dem konzeptionellen Denken seiner Arbeiten der vergangenen Jahre. Die Figuren tragen die Namen von frühchristlichen Heiligen und traditionell zugehörige Attribute. Dennoch wirken sie mit ihren glänzenden Oberflächen nicht wie vollkommene Menschen, sondern krank an Körper und Seele. Oder sind es hybride Wesen, Mischwesen an der Grenze vom Mensch zum Tier oder zur Natur, die eine Metamorphose durchlaufen? Haben Entrücktsein, Verzweiflung und Depression sie ergriffen, angesichts ihrer historisch vorbestimmten, schweren Rolle als Vorbild? Nicht um neue Idole, neue Heilige geht es, vielmehr um die Verwerfungen der alltäglichen Existenz, um gesellschaftliche Außenseiter. Günter Unterburger verankert seine Figurenwelt ganz in der Gegenwart und fragt nach neuen Bildern des „Heiligseins“ in der modernen Gesellschaft.

Günter Unterburger, geb. 1959 in Peißenberg/Oberbayern, 1983-1989 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, lebt in Berlin

Everyday Ideologies -
Zeitläufe, Lebenswege

19. Januar - 6. April 2010
verlängert bis zum 18. April 2010


Daimantas Narcevicius, The Head (Galva), 2007
gefundenes 35 mm Filmmaterial auf Batacam SP Video übertragen, 12,15 Min., Standbilder

Eine erste Ausstellung mit dem Titel „Everyday Ideologies – Standort Alltag“ unternahm 2008/2009 den Versuch, die Gegenwart unter den oft widersprüchlichen Symptomen einer globalisierten Alltagswirklichkeit abzubilden. Dabei ging es weniger um die Beschreibung eines Gesamtbildes, als vielmehr darum, in signifikanten Beispielen zu illustrieren, mit welchen Strategien Künstler auf die heutige Wirklichkeit reagieren, welche Untersuchungen sie anstellen, welche Bilder und welche Erzählungen sie liefern und inwiefern Methoden, Bilder und Erzählungen bereits selbst die Merkmale dieser weltweiten Veränderungen aufweisen. „Standort Alltag“ beleuchtete das Beziehungsdreieck Kunst – Alltag – Ideologie und ging der Frage nach, wie sich das Soziale als Motiv in der Kunst behaupten und das Kritische als Aussage formuliert werden kann.
„Zeitläufe, Lebenswege“ schließt daran an. Erneut handelt es sich vorrangig um Kunst in Bezug auf die Wirklichkeit. Von Interesse ist jedoch weniger die Gegenüberstellung einzelner Strategien der Kunst, sondern vielmehr die unmittelbare Einbindung der Künstler in ihre Werke. Verknüpft mit dem Wandel der Zeit und mit der Sensibilität künstlerischen Vorgehens kann man diese Werke auch als Blaupausen des Lebens verstehen. In ihnen geht es z.B. um Erinnerung, Verlust, Verwandlung, Illusion, Utopie oder Alltag. Das ist nicht illustrativ gemeint, sondern als emotionale, vielleicht moralische Reflexion parallel zur empfundenen Realität oder einfach als Formulierung des persönlichen Zeitgefühls der Künstler.

Künstler: Hagen Bäcker, Tacita Dean, Pepa Hristova, Teresa Hubbard & Alexander Birchler, Peter Land, Rémy Markowitsch, Michael Müller, Deimantas Narkevicius, Jenny Perlin, Johannes Rochhausen, Florian Slotawa, Joel Sternfeld, Hito Steyerl, Mariusz Tarkawian, Michael Wesely, Stephen Wilks

Die Ausstellung wird gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt, Kultusministerium, und die Stiftung Pro Helvetia

Manfred May
"... lebe ich inmitten..."
Installation
3. März - 10. April 2010

In der Hochsäuligen Kapelle zeigt der 1948 in Magdeburg geborene Künstler seine Installation „… lebe ich inmitten…“. Sie verbindet unterschiedliche Materialien wie Glas und Papier. Die Installation lässt einen Raum im Raum entstehen, offen, aber nicht begehbar, sichtbar und konkret, dennoch imaginär, Teil des Künstlers und gleichzeitig unabhängig von ihm.
Manfred May lebt in Benshausen, Thüringen. Für seine künstlerische Entwicklung war 1967 die Begegnung mit Christa-Maria Jeitner und Franz Johannknecht in Magdeburg von entscheidender Bedeutung, nachdem er in jenem Jahr ein Studium der Mathematik an der Magdeburger Hochschule aufgenommen hatte.
Nach dessen Abschluss, 1971, arbeitete Manfred May in verschiedenen Berufen. Seit 1978 ist er freischaffender Künstler.
Die Installation „… lebe ich inmitten…“ ist bis zum 10.4.2010 im Kunstmuseum zu sehen. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt “Willibald Pirckheimer” e.V.

Reinhard Stangl
Citronengelb & Nachtschwarz

8. September 2009 - 3. Januar 2010


Reinhard Stangl, Paris, Bar, drei Männer, 2005 (li.), Öl auf Leinwand; STILL, 1999 (re.), Öl auf Leinwand
Foto li.: Sebastian Schobbert, Foto re.: Hans-Wulf Kunze

Ein halbes Jahr war das Kunstmuseum geschlossen. Während dieser Zeit fand eine umfangreiche Sanierung des Service-Bereichs statt. Das Warten hat sich gelohnt. Am 6.9. kann sich jeder persönlich davon überzeugen. Es gibt jedoch nicht nur ein neu gestaltetes Foyer zu sehen, sondern vor allem eine große Sonderausstellung des Berliner Malers Reinhard Stangl. Die Arbeiten des 1950 in Leipzig geborenen Künstlers sind von urbaner Konsistenz und reflektieren gleichzeitig diesen Lebensraum, sind komplexe Momentaufnahmen, die verbergen, andeuten, selten erzählen, Stimmungen materialisieren, ohne in die Polarität von abstrakt und figurativ zu geraten. Deutlich wird dies z.B. in den nächtlichen Szenen, wenn gewöhnliche Kontraste verschwimmen, gleichzeitig alles Leuchtende, Farbige des Künstlichen bedarf und sich in den Vordergrund drängt
Der Alltag in der Stadt, aber auch die Idyllen der Natur, die Vieldeutigkeit im Stillleben - am Ende ist die Malerei von Reinhard Stangl, die so durchdrungen ist von Leben, ausdrücklich das Medium der Farben. Der Maler bekennt sich zu dieser Faszination, die die Farben für ihn bedeuten: „Ich gehe sehr simpel vor. Ich habe eine Lieblingsfarbe, sagen wir mal rosa, altrosa; dann passe ich auf, wo diese Farbe in Erscheinung tritt, z.B. in einem Himmel, an einem Strand oder auf einem Foto. Oder es ist die Farbe gelb und ich entdecke die Zitrone. Die habe ich seit meinem Lebensanfang jeden Tag in der Hand, aber plötzlich interessiert mich dieses kühle, feine, ursprüngliche Gelb der Zitrone, bevor man sie anschneidet. Du findest sie in Italien auf dem Markt. Da liegt sie in solchen Bergen herum und plötzlich fängst du an, die Zitrone zu malen. Also, wenn ich meine Farben irgendwo in der Natur oder in der Wirklichkeit entdecke, versuche ich mir auch den Gegenstand klar zu machen. Ich muss das zusammenbringen, sonst kann ich nicht anfangen. Wenn es z.B. hier in der Oranienstraße richtig regnet, dann vervielfältigen sich die farbigen Lichter der Autos in den Pfützen und auf dem Asphalt. Da habe ich die Malbewegungen schon in der Hand. Manchmal gelingt das auch auf der Leinwand.“
Die Ausstellung umfasst eine Vielzahl von Werken, die während vergangen ca. 10 Jahre entstanden sind, darunter auch Zeichnungen. Sie wird durch das Land Sachsen-Anhalt, Kultusministerium, gefördert.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Verlag Kerber erschienen (24 Euro).
Weitere Publikationen unter Service / Bestellen.

Heinz Breloh
Skulptur als Körperspur

30. November 2008 – 22. Februar 2009


Heinz Breloh, ohne Titel, ohne Jahr, Terrakotta, Nachlass des Künstlers

Diese erste Retrospektive unternimmt den Versuch, sich dem wenig erschlossenen bildhauerischen Lebenswerk von Heinz Breloh (1940-2001) begrifflich zu nähern, seinen Verzweigungen nachzugehen und es in seiner inneren Logik und Konsequenz durch eine Auswahl von wichtigen Hauptwerken im Überblick anschaulich zu machen. Es geht um ein bildhauerisches Schaffen, dessen konzeptionelle Tragweite bisher nur bedingt reflektiert wurde und dessen Verwirklichung zu wenig bekannt ist, obwohl es jede Beachtung im Rahmen einer kritischen Selektion der Bildhauerkunst ausgangs des 20. Jahrhunderts verdient.
Hatte Heinz Breloh seine Ausbildung als Bildhauer noch in den 1960-er Jahren insbesondere bei Fritz Wotruba erfahren, so wechselt er unmittelbar danach zu Fotografie, Film, Aktion und Installation und kehrt erst um 1980 zur Bildhauerei zurück. Mitte der 1980-er Jahre entwickelte er das Besondere seines bildhauerischen Ansatzes, indem er die Modellierung von Plastik im traditionellen formbaren Material auf die Stufe konzeptuellen Denkens hob. Dazu begab er sich in ein choreografisches Rollenspiel, dessen Bewegungsabläufe die Plastiken im weichen formbaren Gips mit der Sensibilität und Ausdruckskraft seines ganzen eigenen Körpers hervorbringen und hinterlassen.
Liegt es an dieser ungewöhnlichen Methode bildhauerischer Selbstbehauptung oder an Plastiken, die sich nicht auf den ersten Blick entschlüsseln und die sich der geltenden Chronologie gegenwärtiger Bildhauerkunst zu entziehen scheinen, dass dem Werk von Heinz Breloh zu Lebzeiten wohl vielseitiger Respekt, nicht aber die übergreifende Anerkennung beschieden ist? Unzweifelhaft wirken hier viele Jahre der Unterbrechung seiner bildhauerischen Arbeit nach, weshalb der Bildhauer erst in seinem fünften Lebensjahrzehnt mit einem charakteristischen plastischen Werk öffentlich in Erscheinung tritt.
1995 war im Kunstmuseum Magdeburg die Ausstellung „Die vier Lebensgrößen“ zu sehen. Die „Lebensgröße Magdeburg“ gehört inzwischen zum Skulpturenpark des Kunstmuseums.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen (19,80 Euro).

Die Ausstellung wird gefördert durch die KUNSTSTIFTUNG NRW und das Land Sachsen-Anhalt, Kultusministerium

Standort Alltag- Everyday Ideologies
28. September 2008 – 25. Januar 2009


Blick in die Ausstellung, Foto: Kunstmuseum

Entgegen einem Kunstmarkt, der Kunst zur Ware und diese zum Ziel rein wirtschaftlicher Verwertung macht, hat es immer auch Künstler gegeben, die den Standpunkt einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen vertreten haben. Ihre Idee verkörpert sich jedoch nicht autonom im Driften auf den Bahnen ästhetischer Trends, sondern in der zusätzlichen Ebene einer erkennbaren Durchdringung von Realität und Kunst. Im weitesten Sinne der Realität verpflichtet, die alltägliche Wahrnehmung verunsichernd und unter die Oberflächen der globalen Medienwirklichkeit dringend, suchen diese Strategien in persönlichen Erlebnissen und Gegebenheiten, Analysen und Reflexionen den Anschluss an unsere Alltagswelt.
Die Ausstellung umfasst ein breites Spektrum exemplarischer Positionen. Ausgehend von sehr unterschiedlichen Realitätskonstruktionen zum Thema Alltag spannt sie einen Bogen von der Überhöhung des sinnlich wahrnehmbaren Alltags in den Gemälden Karin Kneffels weltumspannende Themen visualisierenden Globen der Serie „Worldprocessor“ (1988-2005) von Ingo Günther, Live-Bilder aus der Privatsphäre in „Day part“ (2008) von Chris Newman, bis hin zum Spiel mit der scheinbaren Verlässlichkeit und Wahrhaftigkeit der eigenen Beobachtung in den Skulpturen von Mai-Thu Perret oder Iris Kettner. Ob die Solidarisierung mit den Marginalisierten der Gesellschaft in den Fotografien „Behind the Block“ von Tobias Zielony oder die ganz konkrete Bewusstheit für politische Wirklichkeit in den Fotografien der Serie „Protesting the U.S. War in Iraq“ (2006/07) von Judith Joy Ross und dem Video „Casio, Seiko, Sheraton, Toyota, Mars“ (2004/05) von Sean Snyder -, immer werden energetische Fäden zwischen Kunst und Wirklichkeit aufgegriffen, die es dem Betrachter ermöglichen, die Grenze zwischen Alltäglichkeit und Absurdität, zwischen ungewohnten Zugängen zu Vertrautem und gewohnten Sehweisen auf Unbekanntes selbst zu erfahren.


Künstler: Persijn Broersen & Margit Lucács (geb. 1974; lebt in Amsterdam; geb. 1973; lebt in Amsterdam); Joachim Brohm (geb. 1955; lebt in Leipzig und Essen); Amy Granat (geb. 1976; lebt in New York City); Ingo Günther (geb. 1957; lebt in New York City); Jörg Herold (geb. 1965; lebt in Leipzig und Rothspalk); Iris Kettner (geb. 1968; lebt in Berlin); Karin Kneffel (geb. 1957; lebt in München); Douglas Kolk (geb. 1963; lebt in Boston); Sigalit Landau (geb. 1969; lebt in Tel Aviv); Juan Muñoz (geb. 1953; gest. 2001 auf Ibiza); Chris Newman (geb. 1957; lebt in Berlin); Heribert C. Ottersbach (geb. 1960; lebt in Köln); Mai-Thu Perret (geb. 1976; lebt in Genf und New York City); Judith Joy Ross (geb. 1946; lebt in Bethlehem, Pennsylvania); Sean Snyder (geb. 1972; lebt in Berlin und Tokio); Robert Voit (geb. 1969; lebt in München); Tobias Zielony (geb. 1973; lebt in Berlin)

Rashid Johnson
Newgro - sharpening my oyster knife
14. Juni – 14. September 2008


Rashid Johnson, Found Portrait of a Young Negro Scholar, 2007
Courtesy moniquemeloche gallery, Chicago

Rashid Johnson ist in Chicago aufgewachsen. Er gehört zu einer jungen Generation afroamerikanischer Künstler, die auf äußerst kritische Weise die Suche nach den Wurzeln ihrer kulturellen Herkunft zum Grundthema ihrer künstlerischen bzw. gesellschaftlichen Auseinandersetzung machen.
Johnson sagt z.B.: „Wir werden in diesem Land beinahe als Fremde behandelt, so entwickeln wir eine Sprache, die beinahe fremd ist. Das ist der Ursprung von Slang oder von urbanen Dialekten.“ Wie aber ist es für einen Künstler möglich, individuelle Strategien zu entwickeln, gebunden an die eigene Ethnie, wo doch die Wegmarken der Kunst lange Zeit beinahe ausnahmslos von Weißen gesetzt wurden? Bedeutet Respekt vor Leistungen der „weißen“ Avantgarde schon Verrat am Blackness („Schwarz-Sein“), und wie äußert sich Blackness, wenn es nicht zwangsläufig von der Straße oder aus der Armut kommt sondern aus der intellektuellen Mittelschicht des ausgebildeten Künstlertums?
Die künstlerischen Strategien Johnsons sind offen in den Mitteln und Techniken. Sie reichen von Fotografie, Malerei und Skulptur bis zu Performance, und sie gehen darüber hinaus, dringen ein in kulturelle Alltagsformen von Kommunikation, Sprache und Musik. Sie sind ästhetisch unangepasst und politisch provokant. Johnsons künstlerische Äußerungen stehen in der Bindung an die Subkultur der Schwarzen, an Graffiti und Rap, aber sie basieren nicht auf emotionaler Expression sondern auf intellektueller Reflexion. Sie nutzen die künstlerische Autonomie als Basis künstlerischer Attacken, um sich in gesellschaftlichen Konventionen zu verhaken, um die darin verdeckte enthnisch-kulturelle Unterdrückung und Gedankenlosigkeit zu entlarven, um Blackness zu stärken und um jeder Art ethnischer Missachtung anzuprangern.
Die Ausstellung ist Rashid Johnsons erste Personalausstellung in Europa. Dafür entstanden einige der gezeigten Werke unmittelbar vor Ort.
Während der vergangenen zwei Jahre wurden Arbeiten des Künstlers von wichtigen öffentlichen Sammlungen in den USA erworben, so vom Whitney Museum of Art/New York, Chicago Art Institut, Seattle Art Museum.
Rashid Johnson wurde 1977 geboren und lebt in New York.

Die Ausstellung durch das Land Sachsen-Anhalt, Kultusministerium, gefördert und
durch die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH unterstützt

Inventur III
bis 14. September 2009


Hermann Glöckner, Räumliche Brechung eines Rechtecks, um 1935, Ausführung 1947
erworben mit Hilfe der Freunde und Förderer des Kunstmuseums, 2004
Foto: Hans-Wulf Kunze

Das Kunstmuseum Magdeburg hat während der vergangenen Jahre durch eine Reihe von Schenkungen seine Sammlung zeitgenössischer Kunst um wichtige künstlerische Positionen erweitern können. Dazu zählen Werke der Künstler Maurizio Nannucci (Italien), Ulrich Wüst, Dagmar Varady, Johanna Bartl, Ludger Gerdes, Carlfriedrich Claus, Olaf Wegewitz, Hartwig Ebersbach, Ruth Francken (Frankreich), Franz Johannknecht, A.R. Penck, Christophe Cuzin (Frankreich), Sigalit Landau (Israel), Niele Toroni (Schweiz), Ingrid Roscheck, Ian Hamilton Finlay (Schottland), Auke de Vries (Niederlande), Tony Cragg (Großbritannien), Louise Lawler (USA), Koji Kamoji (Polen), Timm Ulrichs und anderen. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl dieser Werke.

Norbert Prangenberg
VENUSTAS et FORTUNA

9. März - 22. Juni 2008


Norbert Prangenberg
Figur, 2006, Courtesy Galerie Carsten Greve
Foto: Hans-Wulf Kunze

Wenige Bildhauer konnten in den letzen Jahren über ein spezielles Material, ihr Material, den bildhauerischen Kanon unserer Zeit so konsequent neu definieren, wie es Norbert Prangenberg mit dem Ton gelang. Die eigentümliche Kraft und Charakteristik seiner farbigen keramischen Skulpturen entwickelte sich aus einer ganz speziellen, unvergleichlichen Verbindung von Gefäß und Figur in monumen-taler Größe.
Bekannt wurde Prangenberg mit seinen vasenförmigen, lebensgroßen, teils höchst subtil, teils schrill und expressiv gefassten und glasierten keramischen Plastiken, die immer Tradition berühren und dennoch völlig freie, skulpturale Äußerungen sind. Manchmal stehend, manchmal liegend sind sie mitunter korbförmig oder vasengleich modelliert. Immer ist der Werkprozess Form bildendes Element. Seit Jahrzehnten versteht es Prangenberg, seinen modernen, völlig eigenständigen Stil weiter zu entwickeln, auch wenn sein bildhauerisches Werk in letzter Zeit etwas in den Hintergrund getreten schien. So wurde eine andere Seite seines Schaffens bekannt, sein umfassendes zeichnerisches und malerisches Werk.
Die neuesten, in Magdeburg erstmals gezeigten Skulpturen ziehen eine weitere waghalsige Verbindung, die von der Skulptur zum Bild. Wieder überrascht der Bildhauer mit einem ungewöhnlichen Weg, der der Plastik völlig neue Impulse geben wird. Ein weiterer Schub an Leben wird sichtbar zwischen Vermittlung und Konfrontation, indem körperhafte skulpturale Formen und schildförmige, bemalte,
bildhafte Formen aufeinandertreffen.
Der reich bebilderte Katalog zur Ausstellung ist im Verlag Kerber, Bielefeld / Leipzig erschienen und kostet 30 Euro (Museumsausgabe).

Interferenzen 13
Eleonore de Montesquiou
DIE PENDLERINNEN

27. Januar – 25. Mai 2008



Standbilder aus "DIE PENDLERINNEN"

„…jetzt lebe ich zu 70% in Deutschland, zu 30% in Polen, ohne Geld ist kein Leben, ohne Liebe auch nicht, aber ohne Geld … ich habe zwei Leben, in Polen und hier, aber ich vermisse Polen, das ist mein Heimatland, dort muss ich mich irgendwie nicht rechtfertigen, ich bin einfach bei mir zuhause…“
Emilia und Joana leben in Polen und arbeiten in Deutschland. Die französische Filmkünstlerin Eleonore de Montesquiou schildert den Alltag der beiden jungen Frauen aus Poznan. In sensiblen Beobachtungen dokumentiert sie eine Lebenswirklichkeit in Deutschland, die neben und völlig außerhalb der staatlich geordneten Realität existiert, die nicht gesehen und nicht registriert wird, obwohl sie zu den typischen Gegebenheiten unserer Zeit gehört. Interviews mit den beiden Polinnen ziehen den Zuschauer der Filme durch ihre ungewöhnliche Nähe ins Vertrauen, sie berichten über Lebensabläufe, die jeweils zwei nebeneinander existierende Identitäten notwendig machen.
Die aus West und Ost schnell zusammen wachsende Großmacht Europa und der zunehmende Wegfall nationaler und regionaler Souveränitäten in Politik und Wirtschaft hält für den damit verbundenen kulturellen Wandel oftmals nur subventionierte Großveranstaltungen bereit. Alte und neue kulturelle Traditionen und Lebensgepflogenheiten verbleiben im toten Winkel öffentlicher Wahrnehmung soweit sie sich nicht folkloristisch-touristisch kommerzialisieren lassen.
Eleonore de Montesquiou zeigt die Wirklichkeit ihrer eigenen Generation für die der Wandel und ein Leben im Transit zur Normalität gehört. Ihre sensiblen
Beobachtungen wenden sich einer europäischen Normalität zu, die selten zur Sprache kommt.
Die junge Filmemacherin Eleonore de Montesquiou (Estland/Frankreich) lebt Berlin.

Joung-A Lee
Situation
31. Januar - 27. Februar 2008
Förderpreisträgerin 2006
der Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Magdeburg


Joung A Lee, o. T., 2007, Öl auf Leinwand, Foto: Archiv Kunstmuseum

Der ungewohnte Blickwinkel fällt auf. Die Menschen auf den großformatigen Bildern der südkoreanischen Malerin Joung-A Lee (geb. 1968, lebt in Seoul) sind aus nächster Nähe, oft von hinten und von oben zu sehen. Sie charakterisiert ein gestochener Verismus, hauchzarte Übergänge in den Formen, das Changieren zwischen Schwarzweiß und intensiver Farbgebung im selben Bild. Alles wirkt bis in jedes Detail greifbar und individuell, dennoch anonym und verschlossen. Sind es Unbekannte oder Freunde der Künstlerin, ist sie selbst darauf zu sehen, und was spielt das für eine Rolle? Die Personen erscheinen plastisch, aber nicht körperlich, sie sind monumental gegeben, aber nicht unumstößlich. Sie befinden sich im Weiß oder Schwarz ihrer Umgebung in einer Art von schwebendem Überall und Nirgends. Hier geht es nicht um die Lokalisierung der Tiefen menschlicher Psyche, sondern um bildliche Präsenz, um Malerei im medialen Globalismus. Unverkennbar sind die Bezüge. Alles verharrt in einer Situation ausgedehnter Stille und wirkt dennoch flüchtig wie eine fotografische Moment-aufnahme.
Joung-A Lee hat ein Jahr in Magdeburg gelebt und in einem Atelier der Tessenow-Garagen gearbeitet. Sie ist die letzte Stipendiatin der Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Magdeburg. Zehn Jahre bot die Stiftung die Möglichkeit eines Arbeitsaufenthaltes in Magdeburg durch Verleihung eines Förderstipendiums.

DIE ELBE [in] between - Wasser, Ströme, Zeiten
Ein internationales Kunstprojekt zur Elbe in Magdeburg
22. September 2007 - 20. Januar 2008

Künstler:
Robert Adams; Susanne Ahner; Anne Rose Bekker; Alighiero e Boetti, Felix Droese; Ian Hamilton Finlay; Lili Fischer; Gloria Friedmann; Hermann & Heym; Roni Horn; Marcello Jori; Koji Kamoji; Ralf Kerbach; Rainer Kirberg; Hans W. Mende; Christiane Möbus; Daniel Mohr, Frank Heinrich Müller; Maurizio Nannucci; Ulf Puder; Reinhard Rex; Jewyo Rhii; Per Olaf Schmidt; Silke Silkeborg; Susan Turcot; Dagmar Varady; Auke de Vries; Ursula Wevers; Markus Wirthmann; Ulrich Wüst, Kailiang Yang


Ian Hamilton Finlay, Chrysalis, 2006, Foto: Hans Wulf Kunze

Sich der Elbe aus der Sicht von Künstlern zu nähern, hat viele Gründe. Einer der wichtigsten ist die Lage des Kunstmuseums am Ufer der Elbe. Ebenso bedeutsam für das Projekt sind die Veränderungen, die der Fluss in seiner Bedeutung und die Stadt in ihren Strukturen während der vergangenen rund 20 Jahre erfahren haben. Die Veränderungen erlauben jedoch auch neue Akzentsetzungen für die Elbe, z.B. als Ort der Kultur.
Es geht im Verlauf des Projekts in erster Linie um langfristig wirkende Veränderungen, damit sich in Bezug auf die Elbe neue, integrierende und Identität stiftende Bedeutungen und Beziehungen entwickeln können.
DIE ELBE [in]between umfasst sowohl die Ausstellung als auch die Elbe als Kunstraum, im Abschnitt zwischen Sternbrücke und Strombrücke. Für diesen Elbabschnitt haben die eingeladenen Künstler Vorschläge entwickelt, die im Rahmen der Ausstellung zu sehen sind. Die Ausstellung umfasst darüber hinaus aber auch zahlreiche weitere aktuelle künstlerische Annäherungen an das Thema Fluss. Verbunden mit dem Rückgriff auf kulturgeschichtliche Bezüge werden Kunstwerke gezeigt, die sich dem Thema Elbe/Fluss unter verschie-densten Aspekten nähern. Dabei geht es um die Wahrnehmung des Flusslaufes zwischen Quelle und Mündung, um Themen, die die Beziehung Mensch-Fluss widerspiegeln, z.B. der Fluss als das Erhabene der Natur, die Unendlichkeit des Wasser- und Zeitflusses, der Fluss als Grenzlinie und Verbindungsstelle, die Wandelbarkeit des Visuellen am Fluss, der aktuelle ökologische Zustand.
Dieser Teil der Ausstellung wird sich über die Elbe hinaus auf künstlerische Arbeiten stützen, die zu Flüssen weltweit entstanden sind. Als Beispiele können Arbeiten von Marcello Jori zum Wasser der Moldau, jene von Gloria Friedmann zum Amazonas und von Jewyo Rhii, die in Film und Zeichnungen eine fiktionale Geschichte über den Han-Fluss entwickelt hat, genannt werden.

weitere Informationen auf der Homepage des Projekts (hier klicken)

Förderer:
Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Land Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Stadtsparkasse Magdeburg; Kulturstiftung des Bundes; Kunststiftung Sachsen-Anhalt; LOTTO Sachsen-Anhalt; SWM; Ströer deutsche städte medien GmbH, Niederlassung Magdeburg

DIE ELBE [in] between ist Bestandteil der IBA 2010.

Franz Johannknecht (1903-1974)
Innensichten

Zeichnungen, Collagen, Aquarelle
1. Juli – 2. September 2007



Franz Johannknecht, ohne Titel, 1970, Federzeichnung / ohne Titel, 1971, Collage, Fotos: Archiv Kunstmuseum

1903 in Düsseldorf geboren, hatte Franz Johannknecht nach einer Lehre als Technischer Zeichner 1929 bis 1933 an der Staatlichen Kunstakademie seiner Heimatstadt studiert, unter anderem als Meisterschüler bei Werner Heuser und Ewald Mataré. Doch auch ihn traf 1933 das Verdikt der „Entarteten Kunst“ und er wurde mit einem Arbeitsverbot belegt. Auf Grund einer Dienstverpflichtung gelangte Johannknecht 1938 nach Dessau. 1944 zum Volkssturm einberufen, geriet er in belgische Kriegsgefangenschaft. Als er 1946 nach Dessau zurück-kehrte, war all sein bis dahin Geschaffenes den Bomben zum Opfer gefallen, sodass er völlig neu beginnen musste.
Es entstanden zunächst Aquarelle und Zeichnungen, figürlich bzw. nach der Natur. Obwohl 1954 aus dem Verband bildender Künstler der DDR ausgeschlossen, dem er seit 1951 angehört hatte (seine Kunst war nun nach offizieller Lesart zu dekadent), verließ er die DDR nicht, stets seinen eigenen künstlerischen Weg verfolgend, der in einem erheblichen Maß von seinem katholischen Glauben geprägt war.
Kaum übersehbar ist die Fülle seiner Feder- und Pinselzeichnungen; daneben schuf er Linolschnitte und Collagen, teilweise auch in leuchtenden Farben als Hinterglasarbeiten. Er machte Entwürfe für Teppiche und vor allem Kirchen-fenster, von denen aber nur wenige zur Ausführung kamen.
1974 starb Franz Johannknecht - nahezu unbekannt. Während er nach 1955 in der DDR nicht mehr ausstellen konnte, wurden seine Arbeiten – durch Freunde vermittelt - zwischen 1965 und 1975 gelegentlich in westdeutschen Galerien gezeigt. Erst die zaghafte Öffnung der DDR gegenüber der Abstraktion um 1980 machte die Arbeiten Franz Johannknechts einem breiteren Publikum bekannt.
Franz Johannknechts Œuvre fasziniert durch seine Eigenständigkeit. In der Zweidimensionalität hat er eine Welt eigener Räumlichkeit erschaffen, gleichsam wie eine bildgewordene Beschwörung des Unbewussten als dazugehörende Seite des Seins. Zunächst noch mehr abbildhaften Figurationen und erzählerischen Details verbunden, verträumten und poetischen Milieus, sind daraus abstrahierte Zeichen erwachsen, welche schließlich seine ganz eigene, letztlich im späten Expressionismus wurzelnde Bildsprache ausmachen.

Gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt und den Freundeskreis des Kunst-museums sowie unterstützt durch die Berufsbildende Schule des Landkreises Ohrekreis, Haldensleben, Fachbereich Gestaltung.

Real - Fiktiv
Videos von Julia Oschatz, Corinna Schnitt,
Jan Eilhardt, Alexander Heim
1. Juli – 2. September 2007


Julia Oschatz, PARALYSED PARADISE, 2004, Standbildl

Julia Oschatz (geb. 1970), PARALYSED PARADISE, 2004, 3,23 Min.

Seltsam anmutende Wesen bevölkern die Szenerie in diesem Video. Sie ähneln Menschen, aber auch Eseln oder Hunden. Ihr "Paradies" scheint künstlich, dann wieder real zu sein. Die Musik suggeriert Südseeatmosphäre, Sehnsucht nach Ferne und Abenteuer. Mitunter fühlt man sich in Gemälde Caspar David Friedrichs versetzt. Ist das alles also nur eine romantische Projektion?

Corinna Schnitt (geb. 1964): Once upon a time, 2005, 22 Min.
Der Begriff „Haustier“ bekommt bei Corinna Schnitt eine erweiterte Bedeutung, wenn die auf dem Teppich des Wohnzimmers installierte Kamera die Eroberung einer Wohnung durch höchst unterschiedliche Tiere einfängt.

Jan Eilhardt (geb. 1970), CDF, 2003/2005, 7 Min.
Der Titel des Videos ist aus den Initialen des Malers Caspar David Friedrich gebil-det. Jan Eilhardt zitiert jedoch nicht vordergründig Werke des Künstlers, sondern lässt die Schauspieler in scheinbar getrennten räumlichen Ebenen agieren, wobei sie, wie in den Gemälden C.D. Friedrichs, dem Betrachter gewöhnlich den Rücken zukehren und sich eher zweidimensional hin und her bewegen.

Alexander Heim (geb. 1977): Untitled (Dog), 2006, 4,15 Min.
Ein streunender Hund im Randgebiet von Chinas rasant wachsender Hauptstadt Beijing erweist sich in diesem Film als Herr der Situation, indem er sich, unbeeindruckt vom Verkehr, auf einer viel befahrenen Straße bewegt.

SECOND VIEW– Amerikanische Fotografie
in der Sammlung
der Niedersächsischen Sparkassenstiftung Hannover

1. April – 24. Juni 2007


Garry Winogrand, aus der Serie "Women are beautiful", um 1969

Die Ausstellung verbindet eine Reihe wegweisender Positionen der künstlerischen Fotografie in den USA seit den 60e Jahren im Überblick. Sie zeigt Fotografien von Robert Adams, Stephen Shore, Judith Joy Ross, Garry Winogrand, William Eggleston, Lee Fiedlander, Diane Arbus, Nicholas Nixon und William Christenberry. Sie alle verbindet eine dokumentarisch registrierende Haltung, die sich der Realität in einer unverstellten Direktheit und im Verzicht auf fotografische Effekte nähert. Ihre Bilder sind kulturell, politisch, alltäglich, symbolisch, stets subjektiv, aber nie sind sie ideologisch, kommerziell oder aus vordergründiger Sensation bedeutsam.
Die Ausstellung vermittelt ein aufmerksames und vielschichtiges Bild von Zuneigung und Vertrauen in die Menschen, sich der Chancen des Lebens und dem Reichtum der Natur immer wieder bewusst zu werden. Das zeigt sich in den überraschenden Notizen im Alltag der Städte bei Garry Winogrand, wie in den Impressionen der Farben des Westens bei Stephen Shore, in Bildern vom Verlust der Landschaft mit den Idealen der Zivilisation bei Robert Adams, in Bildern gemeinsamen Lebens bei Nicholas Nixon und in Bildern gemeinsamer Trauer am Vietnam-Memorial in Washington bei Judith Joy Ross.

In Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung Hannover, gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt.

A noir, E blanc, I rouge, U vert, O bleu - Farben
10. Dezember 2006 – 11. März 2007


Yves Klein, Venus bleue, 1962, Foto: Hans-Wulf Kunze
Leihgabe: Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

Mit Farben verbinden sich Emotionen. Sie dienen der Kommunikation, lenken unsere Wahrnehmung, beeinflussen Raum und Temperatur und können Symbolik vermitteln, aber nur selten denken wir darüber nach. In der Kunst sind Farben vor allem als Ausdrucksmittel der Malerei. Aber ist das alles?
Welche Rolle Farben im Werk eines Künstlers spielen, kann höchst unterschiedlich sein. Wollte Yves Klein seine Werke durch die Verwendung des von ihm mit Chemikern entwickelten International-Klein-Blue entmaterialisieren, so sind sie in den Bildern des Leipziger Malers Hartwig Ebersbach das Material expressiver Gestik und exzessiver Energie. Welche verändernde Kraft von Farben ausgehen kann, erleben Besucher bereits im Foyer des Museums. Der Pariser Künstler Christophe Cuzin dort „Un léger décalage – Eine leichte Verschiebung“ realisiert. Mit seinen farbigen Wänden besitzt der Raum eine neue Präsenz im Kunstmuseum.
Die Ausstellung verbindet eine Vielzahl internationaler Positionen der Kunst unserer Tage. Neben Malerei zeigt die Ausstellung Skulpturen, Installationen, Werke aus Licht, Filme und Projektionen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Dieter Balzer, Horst Bartnig, David Batchelor (GB), Enrico Castellani (I), John McCracken (USA), Christophe Cuzin (F), Ruprecht Dreher, Hartwig Ebersbach, William Eggleston (USA), Johannes Esper, Rupprecht Geiger, Hermann Glöckner, Matthias Hoch, Rashid Johnson (USA), Rolf Julius, Jean-Yves Klein (CA), Yves Klein (F), Wieland Krause, Hans-Wulf Kunze, Andrea Loux (CH), Ingo Meller, Maurizio Nannucci (I), Ursula Neugebauer, William Pope.L (USA), Bridget Riley (GB), Thomas Ruff, Jochen Seidel, John Smith (GB), Keith Sonnier (USA), Reinhard Stangl, Annelies Štrba (CH), Beat Streuli (CH), Niele Toroni (CH), Timm Ulrichs, Thomas Virnich

Gefördert durch: Land Sachsen-Anhalt; Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt; Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Magdeburg

12. Marler Video-Kunst-Preis
für Deutschland 2004-2006

2 . November - 3. Dezember 2006


Magdalena von Rudy, Persona Syndrom, 2005, Standbild

Seit 1984 verleiht das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl den Marler Video-Kunst-Preis. Der erste deutsche Preis für diese Medienkunst wird im Abstand von zwei Jahren vergeben. Kooperationspartner des Museums bei der Vergabe des Preises sind das Adolf-Grimme-Institut, Marl, der WDR, Fernsehen, und die Kunsthochschule für Medien, Köln. In diesem Jahr erhielt Magdalena von Rudy, Wuppertal, die Auszeichnung für ihre Arbeit "Persona Syndrom" (2005). Die Preisträgerin nimmt Bezug auf Ingmar Bergmanns Film „Persona“ (1966), die Geschichte einer Schauspielerin, die sich ins Schweigen zurückgezogen hat und von einer Krankenschwester betreut wird. Durch aufwändige technische Bearbeitung und weitere filmische Mittel gelingt ihr eine komplexe Reflexion der Beziehung der beiden Frauen, die von einer tiefen Identitätskrise geprägt ist.
Gezeigt werden außerdem 20 weitere Videos, darunter die der Preisträger des Sonderpreises, Daniel Burkhardt (Köln): „grundlos“ (2005), und Florian Gwinner (Berlin): „Das Modell“ (2006).
Übernahme aus dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

Tony Cragg
23. September - 26. November 2006


Tony Cragg, Clear Glass Stack (Detail), 1999, Foto: Archiv Kunstmuseum

Wenige Bildhauer haben in letzter Zeit die Entwicklungsfähigkeit einer modernen Bildhauerkunst so eindrücklich und attraktiv unter Beweis gestellt, wie Anthony Cragg (geb. 1949 in Liverpool, lebt in Wupertal). Das hat diesem Bildhauer weltweiten Erfolg beschert. Sein Entwurf für die Skulptur POINTS OF VIEW - BLICKPUNKTE auf dem Universitätsplatz und die darüber entfachte öffentliche Debatte haben den Namen des englischen Bildhauers längst auch in Magdeburg bekannt gemacht. Ein Kuratorium zur Realisierung dieser Skulptur wurde am 14.Juni 2006 gegründet und bemüht sich um die Einwerbung von Spendengeldern. Die Ausstellung, in der die wichtigen Entwicklungslinien im Schaffen Craggs aufgezeigt und sein bildhauerisches Denken umfassend illustriert werden sollen, wird der Magdeburger Öffentlichkeit einen erweiterten Einblick in den Kontext geben, zu dem auch die Skulptur für dem Universitätsplatz gehört.
Gefördert durch: Land Sachsen-Anhalt

Klaus Geigle
Bilder von unterwegs
28. September - 29. Oktober 2006
Förderpreisträger 2005
der Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Magdeburg


Klaus Geigle, Flammable Liquid, Öl auf Leinwand, 2006,
Foto: K. Geigle

Malerei entsteht aus der Überlagerung von Handlungen, die mittels Farben auf der Leinwand sichtbar werden. Im fertigen Gemälde spielen diese schichtweisen Veränderungen normalerweise keine Rolle mehr. Man sieht nur noch die vom Künstler für endgültig befundene farbige Oberfläche. Mag sein, dass der Titel der Ausstellung mit Klaus Geigle (geb. 1969 in Orsoy, lebt in Münster) schon inhaltlich auf Verschiebungen der Perspektive anspielt. Zumindest scheinen darauf unterschiedliche Phasen ihrer Entstehung zu existieren. Zu sehen sind offenbar beliebige Bebenheiten und Situationen, die oft mit Straßen, Wegen, Förderbändern zu tun haben, mitunter klein, ins Bild getupft, dann wieder mit großen Schwüngen durch den Bildraum gestrichen. Unterwegs sein, heißt Veränderung zu spüren und ständig die Verschiebung zwischen nah und fern zu erleben. Die Beschreibung der Dinge im Wechsel der Sicht fügt sich in den Wechsel der Malweise. Hierin wird ein Merkmal der gegenwärtigen Malerei sichtbar, das sich mit unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit deckt.

Michael Schmidt
IRGENDWO
25. Juni - 17. September 2006
verlängert bis 1. Oktober 2006

aus: Michael Schmidt, IRGENDWO, 2005

Michael Schmidt (geb. 1945, lebt in Berlin und Schnackenburg), hat in den vergangenen Jahren in verschiedenen Fotoserien bundesdeutschen Alltag sondiert. War es 1985 bis 1987 in „Waffenruhe“ die soziale und politische Situation der Westberliner, widmete er sich 1991 bis 1994 mit „EIN-HEIT“ den Fragen nach der Bedeutung von Bildern in Bezug auf die widersprüchliche Identität der Deutschen. Über seine jüngste Serie, „Irgendwo“, sagt er: „Man sieht im Fernsehen ja immer schöne Bilder von Deutschland. Und mich hat es irgendwie immer gereizt, die Provinz zu bearbeiten. Ich habe es aber nie geschafft, diese Provinz zu formulieren. So bin ich auch zu dem Titel gekommen. Wenn man mich gefragt hat, wo das Bild entstanden ist, dann habe ich immer gesagt, 'das ist irgendwo in Hessen’ oder 'das ist irgendwo in Niedersachsen’ oder 'irgendwo im Elsaß’.
Mit Heimat kann ich nichts anfangen. Heimat ist ja sowieso etwas, das du in dir hast. Man fühlt sich selber an bestimmte Orte Erinnert, weil man da die schönste und mitunter auch hässlichste Zeit seiner Kindheit verbracht hat. Aber diese Orte sind beliebiger geworden.“
Die Schwarzweißfotografie von Michael Schmidt ist schonungslos direkt und dringt durch die Oberfläche der Erscheinungen. Sein völlig unabhängiges fotografisches Schaffen hat in den vergangenen Jahren weltweit Anerkennung in führenden Museen und Sammlungen erfahren.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Wieland Krause
Arbeiten 2000 – 2006
Bowman Gironico Halle Istanbul New York Paleochora Röderhof
2. Juli - 17. September 2006


Wieland Krause, aus: TRANSIT_in großen Städten - auf der Suche nach Natur - Teil 1 Istanbul, 2005, Standbild

Der in Halle lebende Wieland Krause (geb. 1956) verwendet häufig die Worte TRANSIT oder ARCHIV für seine künstlerische Erforschung der Wirklichkeit. Als TRANSIT bezeichnet er den künstlerischen Prozess. Darunter sind beispielsweise Begehungen und Ortserkundungen, Gespräche, Foto- und Videoarbeit, das Sammeln von Fundmaterialien und Texten zu fassen. Sie dienen wiederum dem ARCHIV, in welchem Filme, Fotos, Tonbänder, Texte und Objekte zu seinen Themen gespeichert sind und ergänzt werden können.
Wieland Krause hat sich damit ein offenes System geschaffen, das den traditionellen Begriff des Kunstwerkes auflöst. Seine Kunst tritt in Beziehung zum Leben, und sie verändert und ergänzt sich im Lebensalltag. Viele seiner neuen Arbeiten tragen die Bezeichnung von topografisch weit verstreuten Orten, die sich z.B. in Griechenland, der Schweiz, Türkei, den USA befinden. Damit knüpft er seine künstlerische Wahrnehmung an den allgemeinen Status des modernen Mitteleuropäers, dessen Leben immer weniger dauerhaft verortet scheint. Völlig im Unterschied zur globalen Berichterstattung in den Medien, die sprunghaft zwischen ökonomischen Zentren und politischen Krisenherden der Welt pendelt, geht es dem Künstler jedoch um unseren Lebensraum als Ganzes. Deshalb stehen die Landschaft, die Korrespondenz aller Orte oder die Summe der natürlichen und kulturellen Ressourcen immer wieder im Mittelpunkt seiner Untersuchungen.
Die Ausstellung begleitet eine Publikation der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

Emil Cimiotti
Retrospektive
2. April - 11. Juni 2006


Emil Cimiott: Der Baum, 1961, Bronze

Die bildhauerische Position von Emil Cimiotti (geb. 1927, lebt in Wolfenbüttel) gewinnt ihren Impuls aus der Suche nach einem Neubeginn in der Kunst der Nachkriegszeit. Die Diskussion war bestimmt von konkurrierenden Überlegungen zwischen gegenständlich-realistischen und emotional-abstrakten Tendenzen. In dieser Situation wird Emil Cimiotti mit seinen ungewohnt informellen und dennoch lebendig erscheinenden Skulpturen, welche, gegen bisherige Regeln der Bildhauerkunst verstoßend, die Schwere des Materials Bronze leugnen, in kurzer Zeit bekannt und findet sogar international Anerkennung. Sein Aufbruch ins Unbekannte erweist sich als unverkennbar charakteristisch und zugleich richtunggebend für die Kunst des Informel in Westdeutschland. Die umfangreiche Retrospektive wird mit wesentlichen Beispielen aus allen bisherigen Schaffens-phasen die bis heute ungebrochene Ausdrucksvielfalt seiner Bildhauerkunst dokumentieren.
Eine umfangreiche Monographie begleitet die Ausstellung.

Biographie: 1927 in Göttingen geboren; 1949-1953 Studium der Bildhauerei in Stuttgart, Berlin und Paris; 1955 erste Bronzen; 1957 Kunstpreis „junger westen“ für Bildhauerei; 1958 Arbeiten im italienischen Pavillon der XXIX. Biennale Venedig; 1959 Aufenthalt in der Villa Massimo, Rom; Teilnahme an der 2. documenta, Kassel, und der Binnale junger Kunst, Paris; 1961-1963 Gründungsmitglied der neu eingerichteten Kunsthochschule Braunschweig, Lehrstuhl für Bildhauerei; 1975 Ständehausbrunnen in Hannover; 1984 Niedersachsen-Preis für Kultur; 1992 Ende der Lehrtätigkeit; 1996 Wahl zum Mitglied der Akademie der Künste, Berlin

Gabi Rets
Brunnenhaus
19. Februar - 11. Juni 2006


Gabi Rets: Aus der Serie Brunnenhaus, 2005, Zeichnung, Repro: Kunstmuseum

Gabi Rets (geb. 1958, lebt in Nijmegen) zeichnet, d.h., ihr künstlerisches Denken und Handeln hinterlässt Linien auf Papier in Form von Zeichen, Strukturen und Bildern. Oft ziehen sich diese Gedankenlinien über mehrere Bögen Papier, sodass daraus Geschichten erwachsen. Gabi Rets hat diese Geschichten erlebt und sich dafür die Zeichnungen ausgedacht. Mit jeder ihrer Bildgeschichten erforscht sie ein Stück unserer Wirklichkeit. Schon die beiden Bezeichnungen Brunnenhaus und Tonsur für denselben Gebäudeteil im Kreuzgang sind ein Rätsel. Wie verbinden sich die Bedeutungen der beiden Wörter? Und wo ist hier eigentlich der Brunnen und wo das Wasser? Gabi Rets, deren Linien Verbindungen ziehen, geht diesen und daran anknüpfenden Fragen nach. Eine bewegliche Apparatur wird das Band der gezeichneten Überlegungen und Antworten abbilden.
Es erscheint ein Katalogheft.

Zdzislaw Kwiatkowski
WALK
19. Februar - 11. Juni 2006


Zdzislaw Kwiatkowsk: WALK, 2005, Foto: Hans-Wulf Kunzei

Zdzislaw Kwiatkowski (geb. 1956, lebt in Lublin) studierte an der Kunstakademie in Warschau Malerei. Heute gilt sein Hauptinteresse dem künstlerischen Prozess und weniger der Herstellung von Gemälden oder anderen Kunstgegenständen, weshalb er seit einigen Jahren mit den Mitteln der Performance arbeitet. Dabei benutzt er die eigene Person zur Ausführung von Handlungen, in denen er das Verhältnis zwischen dem Individuum und der Welt untersucht und verdeutlicht. Im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen setzt sich Kwiatkowski mit dem Kreuzgang als mittelalterliche Wegführung in Beziehung, die bis in unsere Zeit hinein wirkt.
Im Unterschied zu anderen osteuropäischen Ländern gab es in Polen immer eine unabhängige Künstlerszene, in der die Ideen der Avantgarde aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts stetig weiterentwickelt wurden. Mit Zdzislaw Kwiatkowski kommt nach Koji Kamoji bereits ein zweiter Vertreter dieser Gruppe für eine künstlerische Arbeit in der Reihe Interferenzen nach Magdeburg.
Es erscheint ein Katalogheft.

Kassandra Wellendorf
Mismeetings
vier Videoinstallationen
26. Januar - 19. März 2006


Kassandra Wellendorf, Outside
2005, Standbild

Nackte Körper gleiten übereinander („Close“), Menschen warten an einer Haltestelle auf den Bus („Invisible“), Touristen balancieren über Geröll („Outside“). Kassandra Wellendorf (geb. 1965) spürt in den Filmen „Close“ (2002), „Invisible“ (2004) und „Outside“ (2005). mit hoher visueller Sensibilität und Poesie dem Zusammentreffen von Privatem und Öffentlichem nach.
In „Close“ werden sie die Körper in Nahaufnahmen fixiert. Ihre Bewegungen erinnern an einen Tanz. Gefühle wie Angst, Verlangen, Scheu und Nähe werden spürbar. Dabei bleiben die Darsteller im unscharfen Dunkel des Raumes gefangen. Das Schwarzweiß des Films verleiht ihnen einen zusätzlichen Schutz. Dagegen zeigt die in Kopenhagen lebende Künstlerin in „Invisible“, wie sich durch unscheinbare Gesten und Bewegungen Intimes und Privates im öffentlichen Raum ereignet. Die Gesten lassen Langeweile, Ungeduld oder Zärtlichkeit erkennen, sind oft spontan. Die Wartenden selbst scheinen einer verborgenen Choreografie zu folgen. Die suggestive Musik unterstützt diesen Eindruck. In Verbindung mit den Szenen schafft sie eine Atmosphäre, die mitunter an Stillleben und ihr Vanitas-Thema erinnert. „Outside“ lässt den Zuschauer an riskant anmutenden Ausflügen von Touristen in eine zerklüftete, mitunter mystisch wirkende Landschaft voller Steingeröll teilhaben. Die interaktive Videoinstallation „A Tourist is waiting for you“ ist ebenfalls Teil der Ausstellung. Sie entstand in Zusammenarbeit der Künstlerin mit Simon Lovind.

Nandor Angstenberger
Fortuna
12. Januar - 12. Februar 2006

Stipendiatenausstellung
der Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Magdeburg


Nandor Angstenberger, Rotunde (Detail), 2004
Collage und Tesa, 100 x 100 cm
Foto: Volker Renner

Fortuna ist die römische Göttin des Glücks, des Zufalls und des Erfolgs; aber auch des Schicksals. Die gezeigten Arbeiten Nandor Angstenbergers nehmen darauf Bezug, reflektieren die Suche nach dem Weg, Umwege, Irrwege, Rückkehr und glückliche Ankunft.
Seine Collagen aus gefundenen Kunststoffteilen und Styropor sind riesige architektonische Visionen, wie die Festung „Fortuna“. Die großformatigen Wandcollagen erinnern dagegen an Wege- und Straßenpläne oder Luftaufnahmen. Gegenständliches wird darin jedoch nicht ausformuliert. Vielmehr werden Vorlagen aus Zeitungen und Hochglanzmagazinen zerlegt und anschließend durch neues Zusammenfügen und Überkleben mit Tesafilm-Schuppen zu wertvoll erscheinenden Mosaiken transformiert.

Faszination Kunst
Kunstmuseen in Sachsen-Anhalt
9. Oktober - 30. Dezember 2005

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Willem van Aelst, Stillleben mit Nautiluspokal und Granatapfel, um 1650
Anhaltische Gemäldegalerie Dessau


eine Gemeinschaftsausstellung der Kunstmuseen Sachsen-Anhalts:
Stiftung Moritzburg Halle, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt
Anhaltische Gemäldegalerie Dessau
Stiftung Bauhaus Dessau
Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg

In einer großen Gemeinschaftsausstellung zeigen die wichtigsten Kunstmuseen vom 9. Oktober bis zum 30. Dezember 2005 Werke aus ihren Sammlungen. Die Schau findet im Magdeburger Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen statt. Mit einer Auswahl von ca. 150 Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Kunst der neuen Medien werden sich die großen Kunstsammlungen des Landes zum ersten Mal gemeinsam der Öffentlichkeit vorstellen.
Gezeigt werden Hauptwerke der einzelnen Sammlungen, darunter Gemälde von Lucas Cranach d. Ä., Pieter Breughel d. J., Willem van Aelst, Max Liebermann, Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff, Skulpturen von Wilhelm Lehmbruck und Ernst Barlach, Arbeiten aus dem Bauhaus, z.B. von Marcel Breuer, Kunstwerke aus der Zeit nach 1945 sowie zeitgenössische Werke von Per Kirkeby, Johan Creten, John Smith und Sigalit Landau.
Die Ausstellung bietet einen Querschnitt durch die Vielfalt der Kunstsammlungen im Land und verweist auf die regionalspezifischen Entstehungsgeschichten der Sammlungen, die von bürgerschaftlichem Engagement bis hin zu staatlichem Auftrag reicht.
Auch in den vergangenen Jahren haben sich die Bestände der Museen durch zum Teil bedeutende Neuerwerbungen, Stiftungen und Schenkungen erweitert und verändert, so dass ein Überblick über Sammlungsstrategien und Schwer- punktsetzungen sinnvoll erscheint, der Vergleiche zulässt und Visionen für zukünf-tige Museumsarbeit aufzeigt.
Die Exposition findet ergänzend zu der in der Bundeskunsthalle in Bonn präsen-tierten Schau "Nationalschätze aus Deutschland - Von Luther zum Bauhaus" statt.
Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt organisiert und vom Land Sachsen-Anhalt gefördert.


Fluxus und Freunde
Sammlung Maria und Walter Schnepel
26. Juni - 11. September 2005

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Ausstellung Fluxus und Freunde, Raumansicht, 2005
Foto: Hans-Wulf Kunze

Die Ausstellung setzt die Reihe der Expositionen des Museums zur jüngeren Kunstgeschichte fort. Der Umfang der Sammlung von Maria und Walter Schnepel ermöglicht einen differenzierten Blick auf die in den sechziger Jahren entstandene Kunstrichtung. FLUXUS als kategorialen Begriff ,erfand' 1961 George Maciunas. Er umschrieb damit die Idee einer Kunst in Bewegung, eines ständigen Flusses. Damit wollte Maciunas den Objektfetischismus, aber auch das Ego des Künstlers überwinden. Der weltweite mediale Durchbruch gelang 1962 mit dem FLUXUS-Fest (Festspiele neuester Musik) in Wiesbaden. Die inhaltlichen, methodischen und formalen Quellen von FLUXUS sind jedoch weder im Begriff allein noch in den Wiesbadener Aktionen zu suchen. Sie liegen vielmehr in den Arbeiten des Komponisten John Cage an der New School for Social Research, New York. Zu den Schülern von John Cage zählten Dick Higgins, Al Hansen, George Brecht und Allan Kaprow. Motor der Bewegung wurde jedoch der aus Litauen übergesiedelte George Maciunas. Durch die Vielfalt der Ausdrucksweisen (z.B. Aktion, Performance, Multiple, Video, Konzert) und Verknüpfungen zur Objektkunst, Musik, zu Film, Wissenschaft und Literatur stellt FLUXUS bis heute eine der einflussreichsten Kunstrichtungen dar. Gezeigt werden weit über 200 Objekte. Außerdem sind akustische und filmische Dokumente Bestandteil der Ausstellung.

Die Ausstellung zeigt Werke folgender Künstler:
Hans Peter Alvermann, Eric Andersen, Arman, AY-O, Mary Bauermeister, Joseph Beuys, George Brecht, KP Brehmer, Ursula Burghardt, John Cage, Giuseppe Chiari, Christo, Philip Corner, Marcel Duchamp, Robert Filliou, Ken Friedman, Jochen Gerz, Wolfgang Hainke, Richard Hamilton, Al Hansen, Dick Higgins, Ray Johnson, Joe Jones, Rolf Julius, Mauricio Kagel, Allan Kaprow, Bengt af Klintberg, Milan Knizak, Alison Knowles, Arthur Koepcke, Christina Kubisch, Richard Lindner, George Maciunas, Ann Noël, Claes Oldenburg, Yoko Ono, Robin Page, Nam June Paik, Ben Patterson, Robert Rauschenberg, Man Ray, Paul Renner, Dieter Roth, Gerhard Rühm, Takako Saito, Tomas Schmit, Mieko Shiomi, Daniel Spoerri, Klaus Staeck, Karlheinz Stockhausen, André Thomkins, Jean Tinguely, Günther Uecker, Timm Ulrichs, Ben Vautier, Wolf Vostell, Robert Watts, Stefan Wewerka, Emmett Williams