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    OLIVER SCHNELLER Telemann Sphere

Eine Klanginstallation im Rahmen der Telemania 2017 anlässlich des 250. Todestages von Georg Philipp Telemann in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Landeshauptstadt Magdeburg

28. April bis 27. August 2017

Eröffnung: Donnerstag, 27. April 2017, 19.00 Uhr

 

Konzeptuelle Darstellung Telemann Sphere © Oliver Schneller

 

Ein zeltförmiger Klangraum spannt sich auf. In dieser akustischen Architektur erklingen mehrere Kompositionen Georg Philipp Telemanns zeitgleich. So macht der Komponist und Klangkünstler Oliver Schneller (geb. 1966 in Köln) die außergewöhnliche musikalische Schaffenskraft und Schaffensbreite des 1681 in Magdeburg geborenen Barockkomponisten auf ganz neue – wortwörtlich „geballte“ Weise – erfahrbar. Vertreten sind alle wichtigen musikalischen Gattungen, für die Telemann schrieb: von seinen Instrumentalwerken bis hin zu geistlichen und weltlichen Vokalkompositionen. Oliver Schneller nutzt hierbei die „Mechanik“ des menschlichen Ohres, die aufgrund von Lautstärke und räumlicher Ortung Klangobjekte hierarchisch ordnet. 

 

Der Besucher tritt in die Installation hinein und vernimmt zunächst wie von Weitem her, dann näherkommend, eine ihn umkreisende Klangwolke, in der sich zwölf verschiedene Werke überlagern. Aus dieser treten nach und nach einzelne Kompositionen als „Stränge“ hervor. Wie Details im Zoom einer Kamera werden diese plötzlich klar als Einzelkompositionen Telemanns erkennbar. Allerdings verschwindet die Wolke dabei nicht, sondern rotiert weiter, bis sich die gerade im Vordergrund stehende Komposition wieder in die Wolke zurückzieht und stattdessen eine andere hervortritt. Auf die Idee dieser akustischen „Staffelung“ brachte Oliver Schneller die unfassbare Menge von mehreren Tausend Kompositionen, die Telemann schuf und die damit verbundene Vorstellung, dass er gleichzeitig an mehreren von ihnen gearbeitet haben muss.

 

www.telemann2017.eu

 

    AUGUST SANDER. 
    Fotografien aus Menschen des 20. Jahrhunderts

Eine Ausstellung des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg, in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln

 

11. April bis 15. Juni 2017

Eröffnung: Sonntag, 9. April 2017, 15.00 Uhr

 

 

August Sander: Jungbauern, 1914; Bürgerkinder, 1925; Zirkusartistin, 1926-32 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2017

 

Mit über 100 Photographien gibt die Ausstellung einen repräsentativen Einblick in das bemerkenswerte Porträtwerk Menschen des 20. Jahrhunderts, dessen Konzept und Aufbau August Sander seit Mitte der 1920er-Jahre vorantrieb und das zu einem Standardwerk in der Kunst- und Photographiegeschichte avancierte. Über die hohen bildnerischen Qualitäten hinaus spiegelt es kulturelle, soziale, wirtschaftliche und politische Aspekte seiner Entstehungszeit. Es werden Momente und Typen dargestellt, die in aller Realitätstreue "gelebte Vergangenheit" verkörpern, durch ihre menschlichen Komponenten aber einen starkem Gegenwartsbezug haben und insofern aktuelle Fragestellungen ansprechen: Wie etwa steht es um das Bild der Familie, um handwerkliche Berufe, um die gesellschaftliche Einbindung von Menschen in Not, um das soziale Miteinander?

August Sander plante, seine Bilder in sieben Gruppen einzuteilen, denen er 45 Bildmappen unterstellte. Ein Großteil seines Vorhabens, dessen Abschluss mit etwa 500 bis 600 Bildern gegeben sein sollte, konnte er im Laufe seiner über 50jährigen Tätigkeit umsetzen. Insgesamt liegen der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur im August Sander Archiv rund 1800 originale Negative zu seinem Projekt vor. Diese dienten in den 1990er-Jahren zur Rekonstruktion des Werkes und Erstellung von analogen Neuabzügen, die für die aktuelle Ausstellung hinzugezogen wurden. Vereinzelt sind Abzüge hinzugekommen, die sogar zum ersten Mal im musealen Kontext gezeigt werden und erst vor kurzer Zeit mit Blick auf ihre besondere Ausdruckskraft als Neuabzüge entstanden.

Im März 1930 schrieb ein Rezensent in der Magdeburgischen Zeitung über August Sanders erste Publikation des Porträtwerkes Antlitz der Zeit von 1929: "Wir haben gelernt, aus Buchstaben Worte zu lesen, hier wird von uns verlangt, aus Gesichtern Geschichte zu lernen. [...] Gerade solche Bilder dürften heute besonders notwendig sein." Knapp 90 Jahre liegt das zurück. Einstaunlich zeitgemäß, sogar für 2017.

 

                                                                                           

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    horst bartnig
    konkret: unterbrechungen

 

21. Februar bis 7. Mai 2017

Eröffnung: Sonntag, 19. Feburar, um 15.00 Uhr

Pressetermin: Donnerstag, 16. Februar, 11.00 Uhr

 

Horst Bartnig: 280 unterbrechnungen in weiß, streifen in schwarz, 280 unterbrechungen in schwarz, streifen in weiß, 2010, Acryl auf Leinwand, 200 x 800 cm

 

Nur zwei strukturelle Prinzipien ermöglichen es Horst Bartnig (geb. 1936 in Militsch/Schlesien) seine Malerei in einen Kosmos von kaum vorstellbarer Vielfalt zu dehnen: die variationen und die daraus hervorgegangenen unterbrechungen. Zählt im Einzelbild seiner Malerei die Geometrie, deren Schlüssel zu ergründen unsere Betrachtung lenkt und auf diese Weise in die Ästhetik ihrer klaren Farbwechsel und ihrer geometrischen Ordnung zieht, ist es in der Begegnung mit mehreren Bildern genau umgekehrt: Das sich gegenseitig leicht selbsterklärende System vervielfältigt seine visuellen Möglichkeiten ins Unüberschaubare. In der Malerei lässt sich Farbwahrnehmung kaum stärker zuspitzen, Rhythmus kaum strukturierter anwenden, Aleatorik kaum unvorhersehbarer gründen. Obwohl alle Bilder von Horst Bartnig ganz regulär aus abstrakten Gestaltungsprinzipien und deren Handlungsmustern hervorgehen, sind seine Malereien sensuelle Duschen für die Augen, die uns blinzeln lassen.

 

Horst Bartnig: unterbrechungen 5 in 9er gruppen, 2013

 

Horst Bartnig ist ein künstlerischer Sonderfall. Nicht nur, dass er völlig autonom seine mathematischen Systemen folgende Malerei entwickelte und vertrat, auch heute tritt sein Werk den Beweis an, wie geometrisch Elementares, in System und Spiel versetzt – alle Trends und Entwicklungen der Kunst dahingestellt – nichts an lebendiger Frische zu wünschen offen lässt. Bartnig hatte in den 1950er Jahren an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg Bühnenmalerei gelernt, war viele Jahre für die Bühne in Berlin tätig und entwickelte ab den 1960er Jahren seine künstlerische Position konkreter Malerei. Seine Experimente in der Computerkunst und die Systematik seiner farb-geometrischen Malerei sind singulär in der DDR. 

Die Ausstellung präsentiert in Form einer Gesamtinstallation zahlreiche Gemälde und Grafiken der unterbrechungen

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

 

Gefördert durch:

 

    

 

 

 

   TE Nordpol – 24x die Welt 2016

Medieninstallation

ab 23.1.2016


Foto: Kunstmuseum Magdeburg

 

Der 1968 in Utaradit, Thailand, geborene Künstler Te präsentiert seine digitale Weltsonnenuhr, bestehend aus 24 Monitoren, im Foyer. Die an einem runden Trägersystem befestigten Monitore zeigen Bilder von Webcams aus der ganzen Welt, wobei ein Teil der Bildschirme dunkel bleibt, immer dann, wenn in dieser Region Nacht ist, während anderswo das Leben pulsiert.


Die visuelle Rundreise beginnt auf Island, gefolgt von Brasilien (Rio de Janeiro, Copacabana), Aguiella (Puerto Rico), den Virgin Islands, New York und 10 weiteren Orten in den USA, inkl. Hawaii, sowie Tokio, Boracay (Thailand), Bali, Bangkok, Dubai, Katar, Jerusalem, Hamburg und Dublin.  

 

 

 

 

 

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