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    horst bartnig
    konkret: unterbrechungen

 

21. Februar bis 7. Mai 2017

Eröffnung: Sonntag, 19. Feburar, um 15.00 Uhr

Pressetermin: Donnerstag, 16. Februar, 11.00 Uhr

 

Horst Bartnig: 280 unterbrechnungen in weiß, streifen in schwarz, 280 unterbrechungen in schwarz, streifen in weiß, 2010, Acryl auf Leinwand, 200 x 800 cm

 

Nur zwei strukturelle Prinzipien ermöglichen es Horst Bartnig (geb. 1936 in Militsch/Schlesien) seine Malerei in einen Kosmos von kaum vorstellbarer Vielfalt zu dehnen: die variationen und die daraus hervorgegangenen unterbrechungen. Zählt im Einzelbild seiner Malerei die Geometrie, deren Schlüssel zu ergründen unsere Betrachtung lenkt und auf diese Weise in die Ästhetik ihrer klaren Farbwechsel und ihrer geometrischen Ordnung zieht, ist es in der Begegnung mit mehreren Bildern genau umgekehrt: Das sich gegenseitig leicht selbsterklärende System vervielfältigt seine visuellen Möglichkeiten ins Unüberschaubare. In der Malerei lässt sich Farbwahrnehmung kaum stärker zuspitzen, Rhythmus kaum strukturierter anwenden, Aleatorik kaum unvorhersehbarer gründen. Obwohl alle Bilder von Horst Bartnig ganz regulär aus abstrakten Gestaltungsprinzipien und deren Handlungsmustern hervorgehen, sind seine Malereien sensuelle Duschen für die Augen, die uns blinzeln lassen.

 

Horst Bartnig: unterbrechungen 5 in 9er gruppen, 2013

 

Horst Bartnig ist ein künstlerischer Sonderfall. Nicht nur, dass er völlig autonom seine mathematischen Systemen folgende Malerei entwickelte und vertrat, auch heute tritt sein Werk den Beweis an, wie geometrisch Elementares, in System und Spiel versetzt – alle Trends und Entwicklungen der Kunst dahingestellt – nichts an lebendiger Frische zu wünschen offen lässt. Bartnig hatte in den 1950er Jahren an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg Bühnenmalerei gelernt, war viele Jahre für die Bühne in Berlin tätig und entwickelte ab den 1960er Jahren seine künstlerische Position konkreter Malerei. Seine Experimente in der Computerkunst und die Systematik seiner farb-geometrischen Malerei sind singulär in der DDR. 

Die Ausstellung präsentiert in Form einer Gesamtinstallation zahlreiche Gemälde und Grafiken der unterbrechungen

Zur Ausstellung erscheint Mitte März ein Katalog

 

 

 

 

    JOHN SMITH Dad's Stick

ab 8. Februar 2017 in der Medienlounge

 

John Smith: Dad's Stick, 2012, HD Video, 5 min (Still)

 

Das Video von John Smith nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit, in deren Mittelpunkt der Vater des Künstlers steht. Es geht um Erinnerung und woran sie sich festhält. Wir erfahren, dass sein Vater eine Vorliebe für bestimmte Farben hatte, mit denen er malte. Der Film zeigt nacheinander die Lieblingsfarben und dem darauf eingeblendeten Text entnehmen wir, dass sich seine Vorlieben im Laufe der Jahre veränderten. Der erste Eindruck, es mit einem abstrakten Maler zu tun zu haben, gerät unerwartet in Zweifel, als John Smith (geb. 1952 in London) den Holzstab zeigt, den der Vater über all die Jahre zum Umrühren der Farben benutzt hat, um die Wohnung neu zu streichen. Wie die Jahresringe eines Baumes umgeben die verschiedenen Farben diesen Stab als Chronik der wechselnden Wandfarben in der Wohnung, in der John Smith aufwuchs. 

Wie ähnlich unklar Worte oder Bilder einen bestimmten Gegenstand beschreiben ist das Thema, das alle Videos von John Smith hindurchzieht. Stets schlägt der Künstler dabei den Bogen von der Ambivalenz in Worten und Bildern hin zu der ähnlich brüchigen Beziehung zwischen Filmen und der Realität, die sie zeigen. So wie Film alles in die Konstruktion und damit auch Fiktion überführt, so bemäntelt jede neue Farbschicht alle darunter liegenden Zeiten. Im Verlauf des Videos legen die aufgeschnittenen Farbschichten um den Stab persönliche Erinnerungen frei, die uns die subtile Beschreibung des Charakters eines Menschen mit festen Normen und einem ausgeprägten sozialen Grundverständnis liefern. So wird der Film zur liebevollen Beschreibung eines Menschen, indem er Farbschichten um den Stab bis nach innen, wie einzelne Blicke in die Zeit zurück, durchdringt.

 

John Smith hatte 2003 im Kunstmuseum Magdeburg seine erste Museumsausstellung.

 

 

 

 

     PETER HERRMANN Malergrüße aus Berlin

 

31. Oktober 2016 bis 12. März 2017 verlängert bis 17. April 2017

Eröffnung: Sonntag, 30. Oktober 2016, um 15.00 Uhr

 

„Die Malerei ist meine einzige Sprache“ – es gibt Künstler, auf die diese Feststellung unumwunden zutrifft. Zu ihnen gehört der 1937 in Großschönau, Sachsen, geborene, viele Jahre in Dresden und heute in Berlin lebende Maler Peter Herrmann. Die Ausstellung zeigt einen großen Ausschnitt der nach 2000 entstandenen, großformatigen Gemälde sowie Zeichnungen der letzten Jahrzehnte.

 

Peter Herrmann malt Figuren, Stadtszenen und Alltagsbegebenheiten, kommt dabei dem frühen Ernst Ludwig Kirchner und Henri Rousseau nahe, ist vielleicht spielerisch wie die Jungen Wilden und bleibt dennoch völlig eigenständig. Weil er die Malerei bewundert, nimmt er sie selber so ernst. Mit seltener Leichtigkeit schaffen es seine Bilder, ganz unterschiedliche Ereignisse und Zeiten in die Gegenwart zu verwickeln. Dabei ist die Idee des Malers, nicht vordringlich der Wunsch modern zu sein, das Licht der Farben von Piero della Francesca und der geheimnisvolle Schatten der Bilder von Arnold Böcklin würden ihm das versagen, hingegen macht die Beschaffenheit seiner Bilder sie gegenwärtig und zeitlos. Oft werden sie als Traumbilder bezeichnet. „Ich fange erst langsam an, mich künstlerisch zu befreien. Ob ich jemals abstrakt werde, weiß ich nicht. Ich glaube nicht“ – so Peter Herrmann 2001 anlässlich der Verleihung des Fred Thieler Preises in Berlin, der an Maler verliehen wird, „deren künstlerische Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist“. Dagegen wehrt sich Herrmann nicht. „Der Prozess geht immer weiter“ – sagte er damals und dies gilt bis heute. 

 

Zur Ausstellung ist im Deutschen Kunstverlag ein Katalog erschienen.

 

Ein Interview mit Peter Herrmann sowie Aufnahmen der Ausstellung finden Sie in der Mediathek des MDR, bei artour 

 

Peter Herrmann: In den sächsischen Wäldern - August 1968, 2003, Öl auf Leinwand © Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen/Repro: Hans-Wulf Kunze

 

 

 

 

   TE Nordpol – 24x die Welt 2016

Medieninstallation

ab 23.1.2016


Foto: Kunstmuseum Magdeburg

 

Der 1968 in Utaradit, Thailand, geborene Künstler Te präsentiert seine digitale Weltsonnenuhr, bestehend aus 24 Monitoren, im Foyer. Die an einem runden Trägersystem befestigten Monitore zeigen Bilder von Webcams aus der ganzen Welt, wobei ein Teil der Bildschirme dunkel bleibt, immer dann, wenn in dieser Region Nacht ist, während anderswo das Leben pulsiert.


Die visuelle Rundreise beginnt auf Island, gefolgt von Brasilien (Rio de Janeiro, Copacabana), Aguiella (Puerto Rico), den Virgin Islands, New York und 10 weiteren Orten in den USA, inkl. Hawaii, sowie Tokio, Boracay (Thailand), Bali, Bangkok, Dubai, Katar, Jerusalem, Hamburg und Dublin.  

 

 

 

 

 

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