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13. Januar - 17. März 2002

Wilhelm Loth (1920-1993). Torso der Frau
Plastik, Zeichnung, Fotografie


Das Werk Wilhelm Loths bezeugt die Veränderungen der Moderne nach dem 2. Weltkrieg. Die Ausstellung, die etwa 40 Plastiken, Fotos und Zeichnungen umfasst, präsentiert einen Querschnitt seines Schaffens. 
Anregungen erhielt Loth zunächst von Käthe Kollwitz, Fritz Schwarzbeck und Toni Stadler. Ab 1954 war Wilhelm Loth als Hochschullehrer tätig, zunächst an der Technischen Hochschule Darmstadt, ab 1958 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe.
Zentrales Thema des in Darmstadt geborenen Künstlers war der weibliche Körper. Als Torso, Relief oder ganzfigurig dargestellt, entwickelte Loth verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten der Bildhauerei seiner Zeit. Abstraktion und Figürlichkeit bilden dabei ein spannendes und spannungsreiches Beziehungspaar. Gelegentlich erinnern seine Arbeiten an archaische Idole, an Bilder einer erotisch-existenziellen Urkraft des Weiblichen.

 

14. Februar - 14. Mai 2002

Kurt Buchwald. vom finden, abdecken, erstellen und wegnehmen

 

Blick in die Ausstellung, Foto: Hans-Wulf Kunze

 

Kurt Buchwald wurde bereits in der DDR durch seine ungewöhnlichen Fotos und Aktionen bekannt. So fiel er 1988 auf dem Moskauer Roten Platz mit seiner Aktion "Fotografieren verboten" unliebsam auf. Nach 1989 setzte er diese künstlerische Arbeitsweise intensiv fort: "Man mußte sich ja Luft machen, spontan reagieren." 
Fotografisch sind es vor allem die "Störbilder", mit denen Kurt Buchwald das Thema Wahrnehmung für sich zu interpretieren versucht. Die ersten entstanden 1984 auf dem Berliner Alexanderplatz: "Die Fotografie will alles möglichst genau zeigen. Und ich zeige weniger, beschreite den umgekehrten Weg und sage: Es muß auch Stellen geben, wo es nichts zu sehen gibt, wo etwas Unbekanntes ist, das ich im Kopf ergänze." Damit wendet sich der 1953 in Wittenberg geborene Künstler gegen Sehgewohnheiten und die kulturelle Funktion der Fotografie. Er löst sich in seinen Arbeiten jedoch nicht völlig vom dokumentarischen Blick. Am Rand der vor das Objektiv montierten Scheiben ist ein Streifen urbanen Raums oder Landschaft erkennbar.
Die Störung der Wahrnehmung folgt bei Kurt Buchwald einem aufklärerischen Prinzip. Er provoziert das genaue Hinsehen, das Ergänzen und andere Sehen innerhalb gewohnter Umgebungen. Durch diese experimentelle Arbeitsweise zeigt er ungewöhnliche visuelle Möglichkeiten der Fotografie auf.

 

Katalog

 

21. März - 2. Juni 2002

Kleine Ekstasen. Barocke Meisterwerke aus der Sammlung Dessauer


Die Ausstellung umfasst mehr als 70 hochrangige, zumeist bisher unbekannte Kleinbildwerke des 16. bis 18. Jahrhunderts aus Italien, Frankreich, den Niederlanden und deutschsprachigen Ländern. Zusammengetragen wurden Sie durch Herrn Prof. Dr. Guido Dessauer. Es handelt sich um Entwürfe für Großplastiken (sogenannte Bozzetti bzw. Modelli) und eigenständige Kunstwerke.

Während die deutschen und flämischen Arbeiten sich fast ausschließlich religiöser Themen annehmen, greifen die französischen Werke des 18. Jahrhunderts bereits überwiegend mythologische und profane Motive auf. Dabei stehen neben rasch modellierten Skizzen sorgfältig gearbeitete Stücke, die als Gussmodelle dienten.

Mit dem Aufbau seiner Sammlung begann Guido Dessauer in den fünfziger Jahren: "Damals wurde mir klar, dass Kleinplastiken ein schönes Sammelgebiet wären, besonders Entwürfe, da diese vom Künstler allein gefertigt wurden und seine Schüler und Werkstattmeister erst bei der Ausführung mithalfen." Inzwischen ist die Zahl der kleinen Kunstwerke auf etwa 350 angewachsen.

Die Sammlung Guido Dessauer zählt zu den bedeutendsten Privatsammlungen alter Skulptur in Deutschland, vergleichbar mit der Berliner Sammlung Bollert oder der Sammlung barocker Elfenbeinskulpturen von Rainer Winkler, Wiesbaden.

Der die Ausstellung begleitende Katalog bietet für Interessierte zum ersten Mal einen wissenschaftlich fundierten Blick auf die bemerkenswerte Privatsammlung. Er entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

 

 

23. Mai - 18. August 2002
Werner Stötzer und Sylvia Hagen. Lebenslinien
Skulptur / Zeichnung

 

Blick in die Ausstellung, Foto: Hans-Wulf Kunze

 

Werner Stötzers Skulpturen gehören seit vielen Jahren zum Magdeburger Stadtbild. Darunter befinden sich einige Hauptwerke des 1931 in Sonneberg/Thüringen geborenen Künstlers. Dazu zählt auch die "Liegende 'Die Werra'" von 1972. Das Magdeburger Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen ist deshalb besonders froh, mit der gegenwärtigen Ausstellung einen umfangreichen Einblick in das Schaffen des in Alt Langsow bei Berlin lebenden Bildhauers vermitteln zu können. 
Das Besondere der Ausstellung stellt die Verknüpfung mit den Werken der Lebenspartnerin Werner Stötzers, Sylvia Hagen (geb. 1947 in Treuenbrietzen), dar. Im Vergleich der Kunstwerke beider lassen sich die unterschiedlichen Sichtweisen von Körper, Form und Material erkennen. Durch die Gestaltung der Ausstellung werden Nähe und Distanz der künstlerischer Positionen deutlich. Dadurch wird die Exposition zu einem spannungsreichen und anregenden Dialog, auch mit dem Betrachter.

Katalog

 

14. Juni - 18. August 2002
Mimmo Paladino. realità dei sogni


Realità dei sogni - Die Wirklichkeit der Träume, unter diesem Titel zeigt das Magdeburger Kunstmuseum Werke eines der bedeutendsten italienischen Künstler der Gegenwart. International bekannt wurde er 1980, als er an der Biennale von Venedig teilnahm. Gemeinsam mit anderen italienischen Künstlern gehörte er zur "Transavanguardia", deren Werke sich durch einen figurativen, zitatenreichen Stil auszeichnen. 
In Paladinos Grafiken erscheinen figurative Elemente als symbolhafte Zeichen. Sie lassen Einflüsse antiker, byzantinischer bzw. mittelalterlicher Kunst erkennen. Damit schöpft Mimmo Paladino bewusst aus der ikonografischen Tradition seiner italienischen Heimat.
Inzwischen sind die Werke des 1948 in Paduli bei Neapel geborenen Künstlers weltweit bekannt und gehören zum Bestand von Sammlungen in New York, London oder München.
Charakteristisch für Paladinos Arbeiten ist ihr oft meditativer Charakter. Seine Bilder zeigen Menschen, Tiere, Häuser, Tore, Wälder, die sich zwischen Märchen und Mysterium bewegen. Ihm selbst gefällt, wie er sagt, die Konzentration auf ein ganz kleines Objekt. Diese Tiefe des Versenkens in ein Bild entzieht es zugleich einer klaren, eindeutigen Erklärung. Gesteigert wird diese beunruhigende Unerklärlichkeit durch die große Bedeutung, die der Künstler den Träumen beimisst. Sie sind für ihn eine wichtige Quelle des Magischen, Unergründlichen und Rätselhaften.
Die Magdeburger Ausstellung zeigt vor allem grafische Arbeiten, die in den Jahren zwischen 1995 und 2001 entstanden sind. Ergänzt wird diese Auswahl durch einige Werke der Plastik und Malerei.

Ausstellung in Kooperation mit der Galerie Depelmann, Hannover

 

 27. Juni - 24. Juli 2002

Der Dinge heimlich Leben -
Das erzählerische Moment im Schmuck

 

Schmuck begleitet die Menschen seit Jahrtausenden. Er ist ihnen nahe und kostbar, wie kaum etwas anderes. Durch ihn wird der kleine Unterschied betont, die Persönlichkeit findet mit ihm eine Form ihres Ausdrucks. 
Zugleich verbinden sich mit Schmuck Ideen der Schönheit, Poesie, Erzählung und Eleganz. Alles das lässt sich auch bei den 29 SchmuckkünstlerInnen aus Sachsen-Anhalt entdecken, deren Arbeiten das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen zeigt.
Dazu gehören zum Beispiel die "Amtskette für den Bürgermeister der versunkenen Stadt Vineta" von Gunther Graf oder der "Nadelwald" von Gabriele Putz, dessen elegante Verspieltheit beeindruckt.  Die Ausstellung umfasst jedoch nicht nur Objekte im Sinne des tragbaren Schmucks. Mitunter sind es auch Installationen im Raum. 
Alle ausstellenden KünstlerInnen verbindet das Studium an der Kunsthochschule Sachsen-Anhalts, Burg Giebichenstein.
Die Ausstellung wurde durch den Verband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt e.V. organisiert. Sie wird gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt, Kultusministerium, die Stiftung Kulturfonds, die Stiftung Kunst und Kultur der Stadtspakasse Magdeburg sowie zahlreiche weitere Sponsoren.

 

Künstler: Birgit Bader, Swetlana Bauer, Claudia Baugut, Antje Bräuer, Christina Brade, Beate Eismann, Monika Engelhardt, Kathleen Fink, Maria Friedel, Arno Friedrich, Yvonne Galley-Knappe, Gunther Graf, Beáta-Maria Hinz, Margit Jäschke, Margit Jakob, Bettina Jungrichter, Reglindis Lantzsch, Ulrich Neumann, Jeannine Rudolphi-Neumann, Harald Otto, Silke Plathe, Dorothea Prühl, Gabriele Putz, Egon Sellin, Silke Trekel, Rosemarie Ullrich, Andrea Wippermann, Wolfram Zausch

 

24. August - 29. September 2002

Lutz Holland

 

Werke aus dem Bestand des Kunstmuseums.

 

29. August - 10. November 2002

Blitzzeichen.

Malerei, Zeichnung und Skulptur von Hartwig Ebersbach

 

Blick in die Ausstellung, Foto: Hans-Wulf Kunze

"Für mich ist Malerei wie Tagebuch." Mit diesem Satz charakterisiert Hartwig Ebersbach die Rolle seiner Arbeit. 

Die Kunstkritik klassifiziert ihn gern als "Vater der DDR-Wilden". Malgestus und Persönlichkeit des 1940 in Zwickau geborenen Künstlers sind jedoch differenzierter zu betrachten. Es sind durchlebte Träume, Visionen und Ängste, die zum Stoff für Bilder werden. Sie sind Versuche der Selbsterfahrung, die aber auch Selbstzerstörung bedeuten kann.

Die Ausstellung in Magdeburg widmet sich den jüngsten Arbeiten Hartwig Ebersbachs. Im Zentrum stehen seine Blitzbilder. Ihre Entstehung wird durch eine Reihe von Zeichnungen verdeutlicht, die erstmals in einer Ausstellung gezeigt werden.

Neben den Blitzbildern sind im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen auch Werke aus dem "Haruspex"-Zyklus und aus "Kaspars Langenscheidt" zu sehen. Haruspex war in etruskisch-römischer Zeit ein Eingeweideschauer, der aus den Innereien von Opfertieren das Schicksal zu deuten versuchte. Kaspar ist seit vielen Jahren das Alter ego des Künstlers.

Insgesamt umfasst die Ausstellung über 100 Werke, die zwischen 1986 und 2002 entstanden sind. Dazu gehören auch Holzschnitte und bildhauerische Arbeiten.

Begleitend dazu erscheint eine ungewöhnliche Publikation. Darin enthalten sind eines der großformatigen Blitzbilder, die Serie der Zeichnungen, die den Blitzbildern vorausgingen und Auszüge eines Gesprächs, das der Künstler im Mai 2002 mit Bazon Brock und Peter Guth in Leipzig geführt hat. Fotos von Hans-Wulf Kunze, Magdeburg, vermitteln Eindrücke vom Werkprozess und der Umgebung Hartwig Ebersbachs.

 

Katalog

 

6. September - 8. Dezember 2002

Hommage à Joannis Avramidis

 

Die Ausstellung im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen ist eine Hommage aus Anlass des 80. Geburtstags von Joannis Avramidis. Damit würdigt das Magdeburger Kunstmuseum in diesem Jahr als einziges im deutschsprachigen Raum einen der Großen der europäischen Bildhauerei.
Im Mittelpunkt der Präsentation steht Avramidis' Hauptwerk "Polis". Es entstand 1965-1968.
Neben dieser Arbeit, die im Innenhof der romanischen Klosteranlage zu sehen ist, befinden sich in der ehemaligen Klosterkirche weitere Plastiken aus der Zeit von 1958 bis 1970 sowie Zeichnungen.
Ermöglicht wurde die Ausstellung durch die großzügige Unterstützung einiger Freunde und Sammler des Künstlers. Ein besonderer Dank gilt der griechischen Kulturstiftung, Berlin.

Joannis Avramidis wurde 1922 in Batum (UdSSR) als Sohn griechischer Eltern geboren. Nachdem der Vater in der stalinistischen Verfolgung ums Leben kam, ließ sich die Familie in Athen nieder. 1943 ging Avramidis nach Wien und setzte 1945 an der dortigen Akademie sein bereits in Russland begonnenes Kunststudium fort. Von 1953-1956 studierte er Bildhauerei bei Fritz Wotruba. Der zurückgezogen in seinem Wiener Atelier arbeitende Künstler gilt inzwischen als ein Klassiker. Seine Werke findet man in vielen international bedeutenden Museen und Sammlung

 

26. September - 10. November 2002

Markus Willeke. Outside of Bismarck ND

 

"Markus Willeke arbeitet viel mit Bildern, die einem auf die eine oder andere Weise bekannt vorkommen, Bilder aus den Medien, Bilder, die irgendwie amerikanisch wirken. Und gleichzeitig Bilder, die man so nicht kennt, obwohl so viel Vertrautes in ihnen ist.

Es gibt eine Theorie, die besagt, dass Kunst immer mit einer maßvollen Übertreibung arbeitet, dass ein bereits vorhandenes, aber übersehbares Detail etwas mehr in den Vordergrund gerückt wird. bei willeke ist es die Gefahr, die Bedrohung, die mehr Platz einnimmt als es normalerweise der Fall ist. eine dunkle Atmosphäre, eine Ahnung von Zerstörung.

In all diesen glatten Bilderwelten, denen man immer wieder ausgesetzt ist, sind es möglicherweise diejenigen Bilder, die hängenbleiben, denen eine zerstörerische Kraft inne wohnt." (Selim Özdogan, Katalog)

 

Katalog

 

21. November 2002 - 9. Februar 2003
Hans-Wulf Kunze. Landschaft und Porträt

 

Hans-Wulf Kunze, aus der Reihe Porträts, 2002

 

Die Arbeiten gehören zu den Serien "Vockerode", "Berge, Magdeburg", "Porträt, Magdeburg" und "Europäische Landschaften". 
Der 1955 in Dresden geborene Fotograf studierte von 1977 bis 1982 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit 1982 ist er in Magdeburg freiberuflich tätig. Seine Arbeiten sind durch eine fast dokumentarische Klarheit gekennzeichnet. Auch die Reihe der Porträts folgt diesem Duktus. Die Jugendlichen verharren nicht in gestellter Pose, sondern teilen sich in ihrer Schüchternheit oder ihrem Selbstbewusstsein unmittelbar mit. Die Aufnahmen der Serie "Berge, Magdeburg" vermitteln dagegen Eindrücke von den Veränderungen der Landschaft, jedoch so subtil, dass sie sich erst im Zusammenhang und durch längeres Betrachten erschließen.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Er wurde von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Sachsen-Anhalt herausgegeben.

 

Katalog

 

21. November 2002 - 9. Februar 2003

INVENTUR (I). Die Zeichnung der Bildhauer

Gezeigt werden Bildhauerzeichnungen aus dem eigenen Bestand. Die Werke waren zum überwiegenden Teil bisher noch nie öffentlich zu sehen. Dem entspricht die Absicht der neuen Ausstellungsreihe (INVENTUR), der Öffentlichkeit unbekannte Objekte aus der Sammlung zu präsentieren. Dafür wurden Arbeiten von Reinhold Langner, Max Lachnit, Karl Müller, Jenny Mucchi-Wiegmann, Wieland Förster und anderen Künstlern ausgewählt.