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projekt benutzeroberfläche STADT
27. Oktober - 13. November 2011
 

 

Video über die Entstehung des Projekts im Ausstellungsraum

http://www.zumheimathafen.de/2011/benutzeroberflache-stadt/

Filmbericht von MDF1 über die Vernissage:
http://www.youtube.com/watch?v=tiEB8RFpk5Y&feature=youtu.be

 

12 Akteure aus dem Magdeburger Urban-Art-Bereich sind am „projekt benutzeroberfläche STADT“ beteiligt. Ihre Arbeitsweisen haben gewöhnlich kaum Berührungspunkte zum konventionellen Kunstbetrieb, denn man findet sie vor allem auf Wänden, Plakaten, T-Shirts oder Platten-Covern. Durch sie wird das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen vorübergehend zur Schnittstelle von Kunst und Subkultur.

An welchen Möglichkeiten und Defiziten reibt sich ihre kreative Energie und wovon träumen sie?

Ziel ist es nicht, bereits existierende Werke der Akteure auszustellen. Vielmehr werden die Teilnehmenden

als Einzelpersonen gemeinsam an einer Art begehbarem Stadtplan arbeiten, der aus Licht, Ton, Farbe, Skulptur und Film als vitaler Organismus agiert und zusammenwächst. Die Besucher werden aufgefordert zu einem Blick in die Zeit, zu Wanderungen in Räume, für welche die Benutzeroberfläche STADT den Zugang herstellt.   

 

Die Akteure: Steffen Jany, René Jenrich, Johannes Koch, Steven Krüger, Stefan Haberkorn, Alexander Hanke, Thomas und Tobias Hildebrandt, Gordon Parkz, Dela Soné Santiago, Hans Schinlauer und Michael Schwarzer.

 

Zur Eröffnung kamen hunderte Jugendliche, Studenten und andere Kunstinteressierte. Fast bis in den frühen Morgen dauerte die Museums-Party. Hier einige Impressionen:

alle Fotos: Kunstmuseum Magdeburg


12. Juli - 18. September 2011

Raffael Rheinsberg. Alles hat seine Zeit...


Raffael Rheinsberg, Die Antike kennt uns nicht, Detail, Foto: Hans-Wulf Kunze
 

„Es ist alles da. Man kann mit allem arbeiten“, sagt Raffael Rheinsberg (geb. 1943 in Kiel), der gleichartige Dinge in großen Feldern anordnet. Der Realisierung jedes seiner Werke geht ein Prozess des Sammelns voraus: Gedanklich vagabundierend um thematische Möglichkeiten streift er umher zwischen Orten und Un-Orten. Bevorzugt in vermeintlich kunstlosen Gefilden – auf Industriegeländen, Schrottplätzen und in Fabrikhallen – stöbert er nach seinem Material und stößt dabei auf Gegenstände, die niemals schön gedacht waren, aber urplötzlich eine Schönheit und Geschichte offenbaren.

Die seit Ende der 1970er Jahre entstehenden Installationen von Raffael Rheinsberg setzen eine Wegmarke in der Kunst. Niemand anders konnte den Zeugnissen des Alltags der Industriezeit ein Bild von vergleichbarer Klarheit geben, niemand wurde dem steten Wandel gerecht, der dieser Zeugnisse so zahlreich in die Welt der Erinnerungen entlässt. Unter dem Titel ALLES HAT SEINE ZEIT zeigt Raffael Rheinsberg in Magdeburg gleich drei seiner großen vielteiligen Installationen, sie bestehen aus Stahl, Lehm und Schamotte. Menschen als die Urheber dieser Alltagszeugnisse haben sie erdacht, benutzt und am Ende beiseite gelegt, abgetan, vergessen. Ihre Zeit war abgelaufen, als der Künstler sie entdeckte und aufgriff. Ihre verblassende Funktionalität legt nicht nur eine verblüffend reiche Ästhetik frei, die ausgelegten Dinge katalogisieren das Vergängliche, sie halten fest was vergeht. Sie schieben sich quer in den Gang der Zeit, der über sie hinweg läuft.

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25. Januar -  15. Mai 2011

 

Maix Mayer. Alphaville - MD
Medieninstallation

 

 

Seit einigen Jahren ist Maix Mayer der Zukunft unserer Vergangenheit auf der Spur. Er widmet sich den Utopien und Modellen von einst, welche das Tor in die apostrophiert neue Zeit der „Moderne" aufstoßen sollten, in diejenige Zukunft also, welche inzwischen zur Gewissheit wurde, da sie unsere Gegenwart ist. Wohin sind wir gekommen und welche damaligen Erwartungen wurden tatsächlich eingelöst, heißen seine Fragen.

Städteplanung richtet sich immer an eine Zukunft und in Architekturen lassen sich die Visionen ihrer Entstehungszeit ablesen. Kaum ein anderer Name steht für das charakteristische Baumaterial der Moderne, für den Stahlbeton und für ungewöhnlich kühne Methoden seiner Anwendung in der DDR, wie Ulrich Müther. Auch „Magdeburg ist Müther-Stadt", sagt Maix Mayer, der bereits in bisherigen künstlerischen Projekten, speziell in seinen Videos, Bauwerke von Ulrich Müther in den Fokus nahm. In Magdeburg sind es die Hyparschale im Stadtpark, die Ausführung des Fahnenmonuments am Elbufer, die Schirmschalen für den Ladenvorbau im Block der Julius-Bremer-Straße (gegenüber dem Karstadt-Parkplatz) sowie die ehemalige Gaststätte „Kosmos" in der Otto-Baer-Straße, im Stadtteil Reform.

Maix Mayer: „Ein wichtiges Merkmal meiner Arbeiten ist die Einbindung lokaler architektonischer ‚ikonographischer (identitätsstiftender)' Orte und auch Nicht-Orte sowie deren Verschränkung/Spiegelung innerhalb einer filmischen Narrativität. Die atmosphärische Erforschung der urbanen/suburbanen Milieus mittels Kamera (visuell) und Mikrofon (auditiv) führt zu einer spezifischen fiktionalisierten Form des ‚Dokumentarischen'. Durch die Besonderheit der doppelten Einbindung von Architektur des Filmsets in den städtischen und künstlerischen Diskurs werden neue Möglichkeiten für Produktion und Rezeption von ‚Raum' angeregt, der mit dem Begriff des SITUATIVEN URBANISMUS beschrieben werden könnte. Für die Medieninstallation ‚Alphaville - MD' bilden die Stadt Magdeburg und ihr Umland die Schauplätze der urbanen filmischen Feldforschung. Im Film übernimmt die Architektur die Rolle von Protagonisten, bildet dann als transformierter Teil die Ausstellungsarchitektur des Museums, wird damit gleichzeitig Setting und Projektionsfläche."

Bei bisherigen künstlerischen Projekten hat Maix Mayer in Städten wie Tokyo, Brasilia, London, Montreal und Dresden gearbeitet, des weiteren auch schon in kleinen Orten, wie Kühlungsborn und Altenburg. Der Titel „Alphaville - MD", rekurriert auf einen Filmklassiker von Jean-Luc Godard mit dem Titel „Lemmy Caution gegen Alpha 60" (auch bekannt als „Alphaville"). Godard mischt darin intelligent Motive des Science-Fiction und des Film Noir. Angesiedelt im Paris von 1965 macht der Film deutlich, dass die Zukunft zumeist bereits in der Gegenwart ablesbar wird.

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