Logo Kunst Museum Magdeburg

 

 

 

   ars viva 2017:

   Jan Paul Evers, Leon Kahane, Jumana Manna 

Ausstellung der mit dem ars viva-Preis für Bildende Kunst 2017 des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V.  ausgezeichneten Künstler

 

9. Oktober 2016 bis 29. Januar 2017

Eröffnung: Sonnabend, 8. Oktober 2016, 19.30 Uhr

 

Jan Paul Evers: After Lissitzky, 2016, Silbergelatine-Abzug, Unikat, (links) Der Mond und sein Bruder, 2016, Silbergelatine-Abzug, Unikat (rechts), Copyright: Jan Paul Evers

 

Seit 1953 vergibt der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft jährlich den ars viva-Preis für Bildende Kunst an junge, in Deutschland lebende Künstler, deren Arbeiten sich durch richtungweisendes Potential auszeichnen. Das Kunstmuseum Magdeburg zeigt Arbeiten der diesjährigen Preisträger Jan Paul Evers, Leon Kahane und Jumana Manna. Die drei Künstler unterscheiden sich in ihrer Arbeitsweise ebenso wie in der Wahl ihrer Medien – von Skulptur und Zeichnung über Video und Fotografie bis hin zu raumgreifenden Installationen.

 

Jan Paul Evers wurde 1982 in Köln geboren und studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Evers lebt und arbeitet in Köln. Ausgangspunkt seiner analogen Schwarz-Weiß-Fotografien sind von ihm selbst aufgenommene Bilder aber auch bereits bestehendes Bildmaterial. Die Ursprungsmotive sind abstrakt wie konkret. In der Dunkelkammer unterzieht er die Bilder der eigentlichen künstlerischen Bearbeitung und konstruiert mithilfe von Schablonen, durch die Anpassung der Belichtungszeit oder den gezielten Einsatz chemischer Substanzen neue Bilder, Unikate auf Barytpapier. Die Kompositionen rücken das Verhältnis von Bild und Abbild, Motiv und Wirklichkeit in den Fokus und hinterfragen damit die Möglichkeiten der Reproduktion. Auf der Frieze London 2016 wird in der Sektion Focus eine Solo-Präsentation von Evers zu sehen sein (Galerie Max Mayer), darüber hinaus stellt der Künstler aktuell im Rahmen einer Gruppenausstellung im Kunstmuseum Bochum aus.

 

 

Leon Kahane: Europa nach 1945, 2016, 4K-Video auf Curved Monitor, 16:9, 46 min (Still) Copyright: Leon Kahane


Leon Kahane, 1985 in Berlin geboren, absolvierte zunächst eine Fotografie-Ausbildung an der BEST-Sabel Berufsfachschule für Design und an der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin und studierte anschließend Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin. Kahane lebt und arbeitet aktuell in Berlin und Tel Aviv. Zentrale Bezugspunkte in den Videoarbeiten, Fotografien und Installationen des Künstlers sind Themen wie Migration und Identität und die Auseinandersetzung mit Mehr- und Minderheiten in einer globalisierten Gesellschaft. Für den Künstler spielen eigene Erfahrungen und biografische Bezüge eine zentrale Rolle. Zuletzt waren seine Arbeiten in der Kunsthalle Wien und bei der 6. Moskau Biennale zu sehen. 2015 gewann er den Kunstpreis Europas Zukunft und stellt aktuell solo in der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig aus.

 

Jumana Manna: General Dealer, 2015, Gips, Sackleinen, Pigment, Lack, Plastikwagen, Courtesy of the artist and CRG Gallery, New York.


Jumana Manna wurde 1987 in New Jersey geboren und studierte an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem sowie an der Oslo National Academy of the Arts. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin und Jerusalem. In ihren Videoarbeiten und Skulpturen setzt sich Manna mit sozialpolitischen Fragestellungen, Machstrukturen und der Konstruktion von Identität auseinander. Während sich ihre Videoarbeiten nah am Dokumentarfilmformat mit persönlich-historischen Bezügen bewegen, haben die skulpturalen Arbeiten häufig abstrakten Charakter und beziehen sich dabei auf unterschiedliche Quellen wie archäologische Artefakte oder modernistische norwegische Architektur. Anfang des Jahres präsentierte Manna in der Malmö Konsthall ihre erste Einzelausstellung in Schweden. Mit ihrem Dokumentarfilm „A Magical Substance Flows into Me“ war sie 2016 im Forum der 66. Berlinale vertreten.

 

Jumana Manna: Cahen family, Samaritans, Still aus A Magical Substance Flows Into Me, 2016, 68min HD Video, Co-commissioned by the Sharjah Art Foundation and Chisenhale Gallery with Malmö Konsthall and the Biennale of Sydney. Courtesy of the artist and CRG Gallery, New York 

 

 

Quelle: www.kulturkreis.eu

 

 

 

 

   XANTI SCHAWINSKY Vom Bauhaus in die Welt

21. Juni bis 25. September 2016 

verlängert bis 9. Oktober 2016 (das spätere malerische Werk ausgenommen)

Eröffnung: Sonntag, 19. Juni 2016, 15.00 Uhr


Xanti Schawinsky: Bühnenbildentwurf für Faust II, 1929, Copyright: The Xanti Schawinsky Estate


Xanti Schawinsky – Vom Bauhaus in die Welt vereint Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Malers, Fotografen, Szenografen, etc. Ausgehend von den avantgardistischen Ideen am Bauhaus illustriert Xanti Schawinskys (1904-1979) Werk die Begegnung mit einem Multitalent, das impulsgebend auf wesentliche Entwicklungen in der Vor- und Nachkriegsmoderne in Europa und Nordamerika wirkte. Die Ausstellung widmet sich seiner Zeit am Bauhaus und am Black-Mountain-College und umfasst das spätere malerische Werk. Ergänzt wird sie von Fotografien, die Schawinskys Zeit am städtischen Hochbauamt Magdeburg in den Jahren 1929 bis 1931 beleuchten.

 

Xanti Schawinsky: Palucca-Gruppe bei der Probe im Stadttheater Magdeburg, November 1930 © Stadtarchiv Magdeburg/Kunstmuseum Magdeburg

 

Xanti [Alexander] Schawinsky

 

1904 in Basel als Sohn jüdischer Eltern geboren; 1921 bis 1923 nach dem Abitur in Zürich Lehre im Architekturbüro von Theodor Merill in Köln; 1923 Kunstgewerbeschule Berlin; 1924 Bauhaus in Weimar: Vorkurse und Eintritt in die Bühnenabteilung, Mitglied der Bauhauskapelle; ab 1925 in Dessau; 1926/27 Entwurf von Bühnenbildern in Zwickau; 1927 Rückkehr ans Bauhaus, Lehrer für Bühnengestaltung; 1929-1931 Leiter der Grafikabteilung des städtischen Hochbauamtes in Magdeburg; 1931 Übersiedlung nach Berlin; 1933 Emigration nach Italien, Arbeit als Grafiker und Designer für Illy Caffè, Cinzano, Motta, Olivetti; 1935 Heirat mit Irene von Debschitz in London; 1936 Übersiedlung in die USA, North Carolina, Lehrer am Black Mountain College; 1941 Umzug nach New York, Lehrtätigkeit am City College of New York (1943-1946) und an der New York University (1950-1954); 1963 Ehe mit Gisela Hatzky; 1966 Errichtung eines selbst entworfenen Hauses am Lago Maggiore, längere Aufenthalte und zahlreiche Ausstellungen in Europa, 1979 Tod in Locarno, Schweiz.

 

Xanti Schawinsky: come closer, aus der Serie Tracks, 1960, Öl auf Leinwand © The Xanti Schawinsky Estate


DIALOG Play. Life. Illusion. Xanti Schawinsky und seine Bühnen 
am Mittwoch, 24. August 2016, 19.00 Uhr 
mit Torsten Blume, Kurator des Projekts Große Pläne, Stiftung Bauhaus Dessau

 

Führungen in der Ausstellung:

Sonntag, 7.8., 15.00 Uhr mit Constantin Becker

Sonntag, 14.8., 15.00 Uhr mit Dr. Annegret Laabs

Sonntag, 28.8., 15.00 Uhr mit Uwe Gellner

Samstag, 3.9., 12.00 Uhr im Rahmen des Kaiser-Otto-Festes mit Dr. Annegret Laabs

Sonntag, 4.9., 16.00 Uhr im Rahmen des Kaiser-Otto-Festes mit Marjoleine Leever

Freitag, 23.9. 14/15.00 Uhr im Rahmen des SWM-Card-Tages

Samstag, 24.9., im Rahmen der Magdeburger Kulturnacht 

 

 

   Die Ausstellung XANTI SCHAWINSKY in den Medien (Auswahl):

 

   Zeit online

   Monopol

   art

   MDR artour

   Photography now

   Volksstimme

   BR Bayern 2

   Passauer Neue Presse

 

 

Gefördert durch The Xanti Schawinsky Estate

 

Ein Projekt der Stiftung Bauhaus Dessau im Verbund mit Ausstellungen in Dessau, Halle (Saale), Magdeburg, Merseburg, Leuna, Elbingerode und Quedlinburg.

 

grosse-plaene.de

 

 

   

   WIELAND KRAUSE
   windows_01/_02/_03
   aus dem Projekt TRANSIT_TOKYO 2008/2010

Videoinstallation

5. Juli bis 25. September 2016

 

Wieland Krause: (Stills aus) windows_01/_02/_03, aus dem Projekt TRANSIT_TOKYO, 2008/2010, 3-Kanal-

Videoinstallation, ca. 5 Min.

 

Der Lärm des Tages ist abgeklungen, es ist spät, Dunkelheit liegt auf der Stadt. Die wenigen erhellten Fenster in der schwarzen Wand öffnen den Blick auf Gesichter, von Flatscreens angeleuchtet, die Augen noch immer unterwegs auf der Suche nach einem fernen Haltepunkt. Ein Anflug von Agonie macht sich breit, welcher aus der alltäglichen Ermüdung im Wettlauf der Menschen mit allem rührt. Der anrückende Schlaf isoliert bereits die Szenen, die Menschen und ihre Emotionen. 

Wieland Krause (geb. 1956 in Halle, Saale, lebt in Halle) hat seine Kamera ins Dunkel einer Häuserflucht gerichtet. Die zufällig eingefangenen Situationen hinter Fenstern und auf Balkonen zeigen Privates. Wir blicken auf den Moment, bevor die Außenwelt schwindet und die Menschen ganz in ihre Innenwelt eintauchen. 

Diese 3-Kanal-Installation schafft ein bewusstes Gegenbild zur auftrumpfenden Opulenz der heutigen Medienwelt. Mit subtiler Vorsicht liefert die Kamera Einblicke ins Private und bezeugt die Rolle und Verantwortung des Autors, aber auch seinen Spielraum: Seine kurzen, beobachtenden Sequenzen, aufgenommen in einem Wohnviertel in Tokio, wandeln Anonymität und schaffen Erzählungen. Eine langsame Körperdrehung, eine behutsame Handbewegung, der versonnene Blick in den nächtlichen Himmel, ein Telefonat, eine Zigarette, Geborgenheit ist nur im Jetzt zu finden und bedeutet Nähe. 

Wieland Krause hält sich 2008, anlässlich eines Stipendiums der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, für einige Wochen in Japan auf. Im TRANSIT begegnet er der anderen Kultur. Seine Kamera kommt dem Fremden unglaublich nahe, nicht indem sie aufdeckt, sondern weil sie registriert und Normalität poetisiert. 
Das Projekt wurde zudem von der Werkleitz Gesellschaft e.V., u.a. mit einem Projektstipendium, sowie von Lotto Sachsen-Anhalt gefördert. 

 

windows_01/_02/_03 aus dem Projekt TRANSIT_TOKYO 2008/2010 von Wieland Krause befindet sich als Schenkung des Künstlers in den museumseigenen Sammlungen.

 

 

 

 

 

    VON HIER AUS NOCH VIEL WEITER

Nachdenken über den Skulpturenpark


23. Januar - 28. März 2016

verlängert bis 19. Juni 2016

 

 

Nathan Coley (UK)

Sven Johne (D)

Bjørn Melhus (D)

Robin Minard (CDN)

Alicia Paz (MEX | FR)

Jenny Perlin (USA)

Tilo Schulz (D)

 

Bjørn Melhus: Modell für Magdeburger Krater, 2015 © Hans-Wulf Kunze

 

Wie zu erwarten war, überraschen die im Frühjahr letzten Jahres eingeladenen Künstler im Herbst 2015 mit ihren ersten Ideen und Entwürfen für den seit 1989 bestehenden Skulpturenpark des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen. Die Ausstellung stellt die inzwischen vollständig vorliegenden Skizzen und Modelle für mögliche neue Kunstwerke erstmals öffentlich vor. Auffällig intensiv haben alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler sich auf die kulturhistorischen Besonderheiten der vorgefundenen Situation bezogen und Aussagen formuliert, welche den Skulpturenpark nach mehr als 25 Jahren seines Bestehens mit neuen künstlerischen Fragen und Methoden in die heutige Zeit binden.

 

Auffälligstes Merkmal ist es, dass anstelle figürlicher Bronzen, die bisher das Gros der Werke ausmachen, nun Klang (Robin Minard), Film (Jenny Perlin), Licht (Bjørn Melhus), Malerei (Alicia Paz), Fotografie und Sprache zum Zuge kommen. Nicht die in einem Material gestaltete Form in sich ist der Träger des Ausdrucks, sie ist teilweise mehr Gefäß oder Speicher der künstlerischen Wirkung. Überhaupt sind Selbsterfahrung, Erinnerung (Sven Johne) oder Benutzbarkeit (Nathan Coley) und Veränderung (Tilo Schulz), Komponenten eines neuen Skulpturbegriffs, der sich sozial und inhaltlich begreift, gleichzeitig zum Erkunden und Spielen einlädt. Bildhauerei versteht sich in ihrem Material offener und in der Wirkung vielfältiger. Das geht über physische oder traditionelle Körper-Raum-Beziehungen hinaus, wie unser Lebensalltag sich längst in so viele mediale Räume hinein bewegt hat, um Information, Orientierung und Unterhaltung zu finden.

 

Um eine deutlichere Charakteristik für diesen einzigartigen Erlebnisraum zu erlangen, schlägt der Landschaftsarchitekt Axel Lohrer (München/Magdeburg) an zwei Stellen des Skulpturenparks gestalterische Veränderungen vor, die der Integration aktueller Kunstwerke neue und spezifische Räume bieten. Er fügt einen Platz und einen Garten ein. Damit schafft er eine größere Klarheit in der urbanen Präsenz der Gesamtheit aus mittelalterlicher Architektur, bereits aufgestellten und zukünftigen Kunstwerken sowie innerstädtischer Landschaft.

 

Fest steht, mit der Realisierung solcher Projekte in diesem und in den kommenden Jahren wird der Skulpturenpark aus einem Ort der Betrachtung der Kunstgeschichte mehr zu einem Ort der Sinne und des Erlebens werden, der zum Aufenthalt einlädt.

 

Eine Begleitpublikation zur Ausstellung ist zum Preis von 3,00 EUR an der Museumskasse erhältlich.

 

 

 

 

 

    JOACHIM BROHM State of M.

 

Fotografie

22. März bis 12. Juni 2016

Eröffnung: Sonntag, 20. März 2016, 15.00 Uhr

 

Joachim Brohm: Mies Model Study (Golfclub) B W III, 2014, © Joachim Brohm | VG Bild-Kunst

 

Mit dem Projekt State of M., das sich der Moderne und der Bauhaus-Architektur zuwendet, dreht Joachim Brohm seine Kamera in die Geschichte. Der Buchstabe M. spielt auf die Moderne, auf Magdeburg und auf den Namen Mies, bezogen auf eine von Ludwig Mies van der Rohe für Magdeburg geplante, allerdings nie realisierte private Villa an. Brohms Blick strebt nach der Verbindung zur Vergangenheit, ohne darüber die zeitliche Distanz zu leugnen. In seiner fotografischen Bewertung ausgewählter Bauten weltweit sucht er den Moderne-Impuls aufzuspüren und in Bildern zu fassen. Er begegnet dem seit Jahrzehnten fortdauernden Mysterium der Moderne konzeptionell mit den Mitteln seiner eigenen Generation, wobei Bauhaus-Fotografie und -Architektur, als historische Komponenten, seine Betrachtung mit der Kamera sowohl provozieren als auch begleiten. Die gerade auch für die Entwicklung der Fotografie so bahnbrechenden Neuerungen, speziell durch das Bauhaus, werden zur Folie der Auseinandersetzung mit demselben Medium. 

 

Joachim Brohm: R. Schindler, Morgan Cam., Los Angeles 2015 (Detail) © Joachim Brohm | VG Bild-Kunst 


 

Mittwoch, 13. April 2016, um 19.00 Uhr:

DIALOG, Künstlergespräch mit Joachim Brohm und Uwe Gellner, Kurator der Ausstellung

 

www.joachimbrohm.com

grosse-plaene.de

Ein Projekt der Stiftung Bauhaus Dessau im Verbund mit Ausstellungen in Dessau, Halle (Saale), Magdeburg, Merseburg, Leuna, Elbingerode und Quedlinburg.