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      StoryWorks: Kunstwerke erzählen Geschichte(n)

 

30. Januar - 22. April 2019 | verlängert bis 28. April 2019

 

Dem Kunstmuseum Magdeburg ist es während der vergangenen Jahre, trotz der komplizierten Bedingungen, immer wieder gelungen, seine Sammlungen um neue und wichtige künstlerische Positionen zu erweitern. So konnten Werkreihen wie auch einzelne, wichtige  Arbeiten nationaler und internationaler Künstler dem Bestand hinzugefügt werden, zum Beispiel von Lucas Foglia, Eberhard Blum, Pepa Hristova, Alicia Paz, Wieland Krause, Max Uhlig, Peter Herrmann oder Xanti Schawinsky.


Die Ausstellung umfasst jedoch nicht nur in der jüngsten Vergangenheit erworbene Kunstwerke, sondern rückt auch andere in den Fokus, die mitunter schon lange zum Bestand gehören. StoryWorks visualisiert damit auch die Geschichte der Sammlung und zugleich des Kunstmuseums. Die Kunstwerke sind darüber hinaus Ausdruck der Zeit, in der sie entstanden und selbstverständlich ebenso der Biographien der Künstlerinnen und Künstler.

Geschichten ließen sich über viele der Arbeiten erzählen, wie jene von der Heimkehr des Vaters aus der Gefangenschaft nach dem 2. Weltkrieg; von Porträts einer archaisch anmutenden Kultur in den Bergen Albaniens; von Menschen, die ihren oft ganz eigenen amerikanischen Traum leben oder von Geheimnissen, Rätselhaftem und Wunderbarem, die ein Kunstwerk auch beinhaltet. 

 

In der Ausstellung sind Werke folgender Künstler zu sehen: Yto Barrada, Horst Bartnig, Laura Bielau, Eberhard Blum, Christian Boltanski, Lawrence Carroll, William Christenberry, Brian Eno, Lucas Foglia, Andrea Fraser, Jochen Gerz, Günter Fruhtrunk, Pepa Hristova, Peter Herrmann, Annika Kahrs, Wieland Krause, Hans-Wulf Kunze, Marie-Jo Lafontaine, Dieter Lahme, Klaus Lehmann, Rolf Lindemann, Mario Lobedan, Adolf Luther, Kaffe Matthews, Christiane Möbus, Alicia Paz, Karl Prantl, Hans Scheuerecker, Bernard Schultze, Tilo Schulz, Hans Schulze, Sean Scully, Laurie Simmons, Max Uhlig, Richard T. Walker, Olaf Wegewitz, Andreas von Weizsäcker u.a.

 

 

 

     

 

    AMBITUS. Kunst und Musik heute | 9.9.2018 - 6.1.2019

Ausstellungseröffnung: 8. September, um 18 Uhr

Water Walk - LANGE NACHT der Kunst und Musik: 8. September, 19.00 - 24.00 Uhr


Dass Bildende Kunst und Musik nicht getrennte Welten sein müssen, das zeigt vom 9. September an das Magdeburger Kunstmuseum. Schon seit ein paar Jahrzehnten loten Künstlerinnen und Künstler die Übergänge und Räume zwischen diesen beiden Künsten aus oder schaffen selbst solche neu. Video- und Performancekünstlerinnen und -künstler nutzen heute ebenso selbstverständlich existierende und neu komponierte Musik, wie Musiker und Komponisten dazu übergegangen sind, ihre Kompositionen auch visuell erfahrbar zu machen. Und natürlich bestehen auch spannende Kooperationen zwischen den beiden Feldern.

Über alle Sonderausstellungsbereiche hinweg präsentiert das Magdeburger Kunstmuseum unter dem Titel AMBITUS zahlreiche aktuelle Beispiele aus Graphik, Malerei, Skulptur, Installation und Video, anhand derer strukturelle, inhaltliche und ästhetische Berührungspunkte beider Disziplinen vorgestellt werden. Zu erleben sind Arbeiten von mehr als 25 Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Albanien, Großbritannien, Israel, Kanada und den USA.

 

     

Candice Breitz, Working Class Hero (A Portrait of John Lennon), 2006, 25-Kanal-Videoinstallation, Courtesy die Künstlerin und Goodman Gallery, Kaufmann Repetto + KOW Berlin, Foto: Hans-Wulf Kunze


Steht der Begriff AMBITUS normalerweise für den Tonabstand zwischen dem höchsten und dem tiefsten Ton bspw. eines Sängers oder eines Instruments, symbolisiert er hier die Spannweite, die Vielfalt der an dieser Ausstellung partizipierenden Künstlerinnen und Künstler und deren bisweilen raumgreifenden multimedialen Werke. Die Präsentation konzentriert sich auf die gegenwärtige Entwicklung und will darauf neugierig machen, wie in der Verbindung von Bildender Kunst und Musik Grenzen aufgebrochen und neue Erlebnisräume konstruiert werden.

Dieses Neben- und Miteinander verschiedener Musik- und Stilrichtungen der aktuellen Kunstproduktion steht auch im Mittelpunkt des „Water Walk“ im öffentlichen Raum entlang der Elbe am Abend des 08.09., der sich an die Ausstellungseröffnung anschließt, und im konzertanten Aufführungsort im Haus der Musik, dem Gesellschaftshaus, im Kloster-Berge-Garten.

 

Künstlerinnen und Künstler:

Werner Amann (D, * 1969 in Kösching), Cory Arcangel (USA, * 1978, Buffalo NY), Eberhard Blum (D, * 1940 in Stettin; † 2013 in Berlin) , Candice Breitz (ZA, * 1972 in Johannesburg), Robbie Cornelissen (NL, * 1954 in Utrecht) und Kees Went (NL, * 1951), William Engelen (NL, * 1964 in Weert), Jonas Englert (D, * 1989 in Friedberg), Brian Eno (GB, *1948 in Woodbridge, Suffolk),  Douglas Henderson (USA, * 1960 in Baltimore) und David Henderson (USA), Annika Kahrs (D, * 1984 in Achim), Rainer Kohlberger (AT, * 1982 in Linz), Christina Kubisch (D, * 1948 in Bremen), Kaffe Matthews (GB, * 1961 in Good Easter in Essex, England), Bjørn Melhus (D, NO, * 1966 in Kirchheim unter Teck), Michaela Melián (D, * 1956 in München), Robin Minard (CA, * 1954 in Montreal, Canada), Haroon Mirza (GB, * 1977 in London), People Like Us (Vicki Bennett; GB, * 1967 in London), Ute Pleuger (D, * 1956 in Neuwied), Anri Sala (AL, * 1974 in Tirana), Marc Sabat (CA, * 1965 in Kitchener, Ontario) und Mareike Yin-Yee Lee (CA, * 1979 in Toronto), Yehudit Sasportas (IL, * 1969 in Aschdod), Per Olaf Schmidt (D, * 1980 in Gifhorn) und Sebastian Neubauer (D, * 1980 in Hameln), Richard T. Walker (GB, * 1977 in Shrewsbury) u.a.

 

Kuratorinnen und Kuratoren der Ausstellung:

Dr. Annegret Laabs, Uwe Gellner, Sandra Naumann und Stephanie Milling

 

      

Douglas Henderson und David Henderson, The Sea is a Big Green Lens, 14-Kanal-Soundinstallation, Stahl, Polyurethan, 2014, Foto: Hans-Wulf Kunze

 

Das Projekt AMBITUS ist eine Zusammenarbeit des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg und dem Gesellschaftshaus Magdeburg (Haus der Musik). Parallel zu der Ausstellung AMBITUS. Kunst und Musik heute. im Kunstmuseum wird es Konzerte im Gesellschaftshaus sowie in der Konzerthalle "Georg Philipp Telemann" geben (siehe unter Veranstaltungen und unter www.gesellschaftshaus-magdeburg.de).

 

 

 

 

Foto: Kunstmuseum Magdeburg.       

       Kaffe Matthews: "On golden hares" | ab 11. August 2018

     Die Magdebuger Sonic Bikes

Im Rahmen der Ausstellung "AMBITUS. Kunst und Musik heute", die am 8. September um 18 Uhr eröffnet wird.


Seit 10 Jahren arbeitet die Künstlerin Kaffe Matthews an Fahrrädern, die Musikinstrumente sind – oder an Instrumenten, die Fahrräder sind. Ausgestattet mit GPS und einem Lautsprechersystem kann man auf ihnen die Stadt erkunden. Ihre Sonic Bikes wurden mit dem Bicrophonic Research Institute entwickelt und fuhren in Berlin, Brüssel, Dublin, Den Haag, London – und nun in Magdeburg.

 

Fünf Fahrräder entstehen in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Unser Lieben Frauen für die Ausstellung "AMBITUS. Kunst und Musik heute". Besucher können sie bei einem Museumsbesuch ausleihen (die Ausleihe ist im normalen Eintrittspreis mit enthalten) und mit der ca. 30 Minuten langen Komposition auf einem Rundkurs die Stadt akustisch neu erleben: Je nachdem, wo man gerade ist, wird ein anderes Stück gespielt.

 

Über mehrere Wochen experimentierte die Künstlerin immer wieder auf der Orgel der Magdeburger Wallonerkirche, nahm die Atmosphäre ihrer Umgebung auf und bringt nun alles zusammen und auf die Straßen der Stadt – eine neue Art, Orgel zu spielen und zu hören, aber auch ein neuer Zugang zur eigenen, alltäglichen Stadterfahrung.

 

Mehr zu den Sonic Bikes unter: www.sonicbikes.net/on-golden-hares/

 

 

   

Maix Mayer: Alphaville-MD, 2011, Video, Standbild

    Maix Mayer. Alphaville - MD

20 | 06 | - 29 | 07 | 2018

Video: Alphaville - MD / HD / 28 min 49 sec / 2011

Seit einigen Jahren ist Maix Mayer der Zukunft unserer Vergangengheit auf der Spur. Er widmet sich den Utopien und Modellen von einst, welche das Tor in die apostrophiert neue Zeit der "Moderne" aufstoßen sollten, in diejenige Zeit also, welche inzwischen zur Gewissheit wurde, da sie unsere Gegenwart ist. Wohin sind wir gekommen und welche damaligen Erwartungen wurden tatsächlich eingelöst, heißen seine Fragen.

 

Der Titel "Alphaville - MD" rekurriert auf einen Filmklassiker von Jean-Luc Godard mit dem Titel "Lemmy Caution gegen Alpha 60" (auch bekannt als "Alphaville"). Godard mischt darin intelligente Motive des Science Fiction und des Film Noir. Angesiedelt im Paris von 1965 macht der Film deutlich, dass die Zukunft zumeist bereits in der Gegenwart ablesbar wird.

 

Für Maix Mayer bilden die Stadt Magdeburg und ihr Umland die Schauplätze der urbanen filmischen Feldforschung. Im Film übernehmen reale architektonische Räume die Rolle von Protagonisten, werden damit gleichzeitig Setting und Projektionsfläche. Dreh- und Angelpunkt ist die 1969 von Ulrich Müther errichtete Hyparschale im Rotehornpark in Magdeburg, die seit Beginn der 1990er Jahre leer steht und zu verfallen droht.

 

Bei bisherigen künstlerischen Projekten hat Maix Mayer in Städten wie Tokyo, Brasília, London, Montreal und Dresden gearbeitet, des Weiteren auch schon in kleinen Orten, wie Kühlungsborn und Altenburg.

Der Katalog ist im Museumsshop erhätlich.

 

 

 

 

 

27. März - 3. Juni 2018  |  Verlängert bis zum 17. Juni 2018

    Mario Lobedan: Allegro


  

Mario Lobedan, ohne Titel, 2015 / ohne Titel, 2017, Foto (2): Hans-Wulf Kunze


Mario Lobedan (geb. 1961) lebt seit 2002 in Magdeburg. In Leipzig studiert, bewegte der Künstler sich in den letzten Jahren kontinuierlich auf dem Feld seiner Malerei voran. Er löste sich aus impressionistischen Gefühlslagen und ging zu Farben über, mit denen die Bildmotive den Bildraum expressiv okkupieren. Dieser Entwicklung liegt eine „Mentalgestik“ zugrunde, in der der Maler heute zu furiosen Wechseln bereit ist. Mit flüssiger Hand aufgetragen, kreuzt eine Fülle intuitiv abgelegter Farbbewegungen und Farbschichtungen die Bildfläche. Das entwickelt zuweilen Analogien zu Landschaften, dennoch zeigen die Bilder weder bestimmte Orte, noch sonst irgendwelche gegenständlichen Verbindlichkeiten. Sie verbleiben vielmehr im Zustand treibender Latenz und in der Freiheit gegensätzlicher Situationen.

Nicht selten unterliegen seine Bilder Phasen der Entstehung und auch der Zerstörung, was Licht und Dunkelheit, Farben und Raum offen miteinander reagieren lassen, ohne sich harmonisch zu umarmen. Solche Gegensätze macht diese Malerei nicht nur neuartig, sondern auch als Reflex unserer Zeit deutbar. Der Entwicklungssprung der letzten Jahre in den Gemälden und Zeichnungen von Mario Lobedan rechtfertigt eine öffentliche Präsentation längst, wie sie mit der Würdigung des Magdeburger Malers durch diese Ausstellung im Kunstmuseum erfolgt. 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

 

 

 

 

        

© Kinderfotos: René Arnold / Layout: Sisters of Design, Halle

 

24. April - 3. Juni 2018 
FANTITASTISCH

Kunst und Design nicht nur für Kinder
Eine Ausstellung der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Magdeburg


In geheimnisvolle Welten eintauchen, auf Zeitreise gehen, ganz besondere Laufräder fahren, Rucksäcke tanzen lassen, Farben Töne entlocken, einfach nur wippen, in Büchern blättern, sie befühlen und lesen, Film schauen – das alles und noch vieles mehr in einer Ausstellung? Das ist nicht nur fantastisch, sondern FANTITASTISCH. 

Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt hat 2016 bereits zum zweiten Mal aktuelle und ehemalige StipendiatInnen aus den Bereichen Kunst und Design, die sich mit dem Thema Kind auseinandersetzen, sowie Gäste eingeladen, eine gemeinsame Ausstellung zu präsentieren, in der (fast) alles berührt uns ausprobiert werden kann.

Im Verlauf der Ausstellung werden verschiedene KünstlerInnen zu Workshops zu Gast sein. Für Kindergruppen und Klassen gibt es Angebote der Kunstvermittlung.

Die Ausstellung wendet sich insbesondere an Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren. 
 Wenn Sie mit Ihrer Gruppe/Klasse Interesse am Besuch dieser Ausstellung haben, können Sie sich schon jetzt bei der Kunstvermittlung im Museum (an-)melden: 0391.56 50 217 oder kunstvermittlung@kunstmuseum-magdeburg.de

Termine der Workshops und Veranstaltungen zur Ausstellung finden Sie unter
http://www.kunstmuseum-magdeburg.de/de/veranstaltungen.html 

 

Beteiligte KünstlerInnen und DesignerInnen: Charlotte Ehrt | Lucie Göpfert | Stephanie Hensle | JulicaDesign | Kitty Kahane | Xenia Lassak | Viola Lippmann | Jana Reinhardt | Ines Schmiegel | Gunther Schumann | Falk Schuster | Martin Schuster | Antje Sellig | Anne Sommer | Juri Spetter | Maria Taebling

 

 


 

 

24. Oktober 2017 - 18. Februar 2018, verlängert bis 8. April 2018

ROBIN MINARD
Works with Sound _ Arbeiten mit Klang 1984-2017

Klanginstallationen des kanadischen Komponisten und Klangkünstlers Robin Minard
(* 1953 in Montréal, Kanada, lebt in Weimar)

 

 

Abb.: li.: Robin Minard, Rosace, 2017, Lautsprecher, 16-Kanal Audio; re.: Robin Minard, Brunnen, 1994/96_2017, Acrylglas-Resonatoren mit integrierten Lautsprechern, Foto (2): Hans-Wulf Kunze

 

Der kanadische Komponist und Klangkünstler Robin Minard verließ Ende der 1980er Jahre den geschützten Konzertsaal, um sich mit dem realen Klangraum der urbanen Welt auseinanderzusetzen und das klangökologische Gleichgewicht zu suchen, dass, so seine Intention bis heute, in unserer Alltagswelt existiert.

Mehr als 30 Jahre später ist ein umfangreiches, international bedeutendes Oeuvre entstanden. In ihm verknüpfen sich visuelle und akustische Wahrnehmungen. Die architektonischen Räume, in denen er seine Arbeiten realisiert, haben sich dabei als ideales Feld zur Erprobung beider Prinzipien erwiesen. Die Klanginstallationen des kanadischen Künstlers sind jedoch nicht dazu da, diese Räume akustisch zu füllen, wie es in einer Musikveranstaltung geschieht. Robin Minard erkundet vielmehr die Orte, um auf deren Besonderheiten aufmerksam zu machen.

Das Erlebnis des Hörens wird dabei nicht durch die Zeit begrenzt. Wer sich den Installationen nähert, kann wiederkehren, anders als bei Konzerten, die an zeitliche Vorgaben gebundenen sind.

Für die Besucher bedeutet das, dass sie ihre Autonomie bewahren und Aktionsfreiräume zur Gestaltung des eigenen sinnlichen Erlebens erhalten.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Magdeburg soll zum ersten Mal die wichtigsten seit 1984 entstandenen Installationen und Ideen des Künstlers, die weltweit realisiert wurden, an einem Ort zusammenführen. Nach 1996 ist es die zweite Ausstellung Robin Minards in Magdeburg. Wie damals, werden seine Arbeiten nicht (nur) an den üblichen Orten zu hören sein. 

 

Die Ausstellungen Robin Minard und Lawrence Carroll werden gefördert durch:

 

    

 

 

 

      LAWRENCE CARROLL 
    As the Noise Falls Away Wenn der Lärm nachlässt

26. November 2017 - 18. März 2018 | Eröffnung: Sonnabend, 25. November 2017

 

 

Abb.: li.: Lawrence Carroll, Victory, 2009-2010, courtesy/Foto: Galerie Karsten Greve; re.: Lawrence Carroll, ohne Titel, 2003-2016, courtesy Buchmann Galerie Berlin, Foto: Roman März


Das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg zeigt die seit 20 Jahren erste umfassende Werkschau des international renommierten Malers Lawrence Carroll in Deutschland.

Die Ausstellung umfasst über 40 Arbeiten aus den achtziger Jahren bis heute. 


Wenige Künstler und noch weniger Maler agieren aus der Beobachtung des Unscheinbaren, wie der Maler Lawrence Carroll. Seine Kunst entsteht aus einer Folge von hoch sensitiven Abläufen, in denen die eigene Wahrnehmung, die gestaltende Hand, das ausgewählte Material und der Ort der Präsentation im Einklang sich ästhetisch binden. In diesem Prozess geht die persönliche Spurensuche in das Auslegen eigener Spuren über, die als Kondensat seiner Gedanken und formenden Handlungen zu verstehen sind.

Lawrence Carroll überlässt anderen Künstlern die lauten Töne oder die schnelle Prägnanz und setzt seine Bestimmtheit der Stille dagegen. In dieser Atmosphäre der leisen Töne offenbart sich ein vielseitig temperiertes, durchaus auch verspieltes und waghalsiges Schaffen.

Vieles in seiner Malerei äußert sich seit Jahren verwandt, im Hinblick auf die Farben, die Motive, die Bildereignisse, die weniger ein Äußeres beschreiben, als ein Inneres umkreisen, in dem sich wesenhaft das Leben äußert, als Bindung in die Zeit und als ein Geschenk auf Abruf.

 

In den Räumen des Kunstmuseums treffen diese Eigenschaften auf ihre architektonische Entsprechung. Das Objekthafte seiner Malerei, eine besondere Eigenschaft, welche aus der Konsequenz resultiert, seine Malerei aus allem Illusionismus herauszuhalten, hat ihn bestärkt, deren Bedeutung im Raum zu berücksichtigen. Alle Seiten der Betrachtung spielen ins Bild: die Flächen, Kanten, Materialien, Farben und der Platz, den sie an der Wand bedecken oder im Raum beanspruchen oder verdrängen. Seine Kunst fügt sich in solche Zusammenhänge und bildet darin Konstellationen, wie Maß und Raum, Licht und Schatten, Farben und Gegenstände oder wie die Leere. In dieser Ausstellung sind dies Elemente, die durch den Ort und seine Architektur noch intensiviert werden. Auf diesen Besonderheiten seiner „skulpturalen“ Malerei beruht die außerordentliche internationale Anerkennung seines Schaffens seit Jahrzehnten.

Die Ausstellung wird wesentliche Stränge der letzten Jahre im Werk veranschaulichen. Als installative Exposition wird sie seit Jahren wieder einen umfassenderen Einblick in das Schaffen dieses weltweit anerkannten Malers in Deutschland ermöglichen.

 

oben und hier: Blick in die Ausstellung, Foto: Hans-Wulf Kunze


Lawrence Carroll 
(*1954 in Melbourne, lebt in Los Angeles und Bolsena, Italien); 1974-1976 Moorpark College, Kalifornien, USA; 1976-1980 Art Center College of Design, Pasadena, Kalifornien, USA, 1980 Otis Art Institute, Los Angeles


Ausstellungen, Einzelausstellungen (Auswahl): 2017 Museo Vincenzo Vela, Ligornetto, Schweiz; 2014 MAMbo - Museo d'Arte Moderna di Bologna, Italien; 2013 Casa Solleric, Palma de Mallorca, Spanien; 2012 Dublin City Gallery The Hugh Lane, Dublin, Irland; 2008 Museo Correr, Venedig, Italien; 2007 Hôtel des Arts, Toulon, Frankreich; 2006 Conny Dietzschold Gallery, Sydney, Australien; Galerie Forsblom, Helsinki, Finnland; 2005 Buchmann Galerie, Lugano, Schweiz; 2002 Buchmann Galerie, Köln; Galeria Carles Taché, Barcelona, Spanien; 2000 ACE Gallery, New York/Los Angeles, USA; 1998Galerie der Stadt Stuttgart, Stuttgart; 1997 Galleria Gian Ferrari, Mailand; Italien; 1996 Galleria Milleventi, Turin, Italien; Studio La Cittá, Verona, Italien; 1994 Grand Salon, New York, USA; Städtische Galerie im Museum Folkwang Essen; The Power Plant, Toronto. Kanada; 1993 Jim Schmidt Contemporary Fine Art, St. Louis, USA; Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach; 1992 Stux Gallery, New York, USA


Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl): 2017 New installation, Buchmann Galerie Agra /Lugano; 2015 City Lives, Shirley Fiterman Art Center, New York, USA; 2013 NUR SKULPTUR!, Kunsthalle Mannheim; 55. International Venice Biennale, Vatican Pavilion, Venedig, Italien; 2009 53. Biennale Di Venezia, Palazzo Cavalli Franchetti, Italien; Contemporary Collection; Made in Munich, Haus der Kunst, München; Object paintings, Roger Raveelmuseum, Machelen-aan-de-Leie, Belgien; 2005 Pittura e spazio, Carroll - Chamberlain – Mundt - Paladino, Skulpturenprojekte & Kunsthandel, Lugano, Schweiz; 2001 Göteborg International Kuntsbiennal, Göteborg, Schweden; 1996 Positionen: Reisen an die Grenzen der Malerei, Museum Folkwang, Essen; The Panza Collection, Palazzo delle Albere, Trento, Italien; 1995 The Material Imagination, Guggenheim Museum SoHo, New York, USA; Interventions in Space, Museo de Bellas Artes, Caracas, Venezuela; 1992documenta IX, Kassel


Werke befinden sich in den Sammlungen folgender Museen (Auswahl): Museum of Contemporary Art in Los Angeles; JUMEX Collection, Mexico City; National Museum of Modern Art, Tokyo; Städtische Kunsthalle, Mannheim; Palazzo Ducale, Sassoulo, Italien; Art Gallery of New South Wales, Sydney, Australien


Die Ausstellungen Robin Minard und Lawrence Carroll werden gefördert durch:

 

    

 

 

 

 

 

 

16. November 2017 - 18. Februar 2018, verlängert bis 11. März 2018 
PHILLIP TOLEDANO | Who Am I?

  

PhillipToledano, Tiana, aus der Serie "A New Kind of Beauty", 2008-2010 

 

Das Kunstmuseum Magdeburg zeigt in der Medienlounge die beiden Serien A New Kind of Beauty und Days with My Father des britischen Fotografen Phillip Toledano (*1968 in London, lebt in New York).

 

Die zwei Serien des britischen Fotografen Phillip Toledano könnten unterschiedlicher kaum sein: Nach dem Tod seiner Mutter begann Toledano 2006, seinen dementen Vater zu pflegen. Um ihn und die letzte gemeinsame Zeit in Erinnerung zu behalten, hielt er den Alltag mit seinem Vater fotografisch fest. Mit der Serie "days with my Father" sind bemerkenswert persönliche Aufnahmen entstanden. Sie zeigen intime Momente, Gegenstände, die vom Alltag in einer Welt erzählen, die klein geworden ist und sind ein heiter-melancholisches Zeugnis, ein Tagebuch des Abschieds der letzten Jahre eines Lebens.

"A new Kind of Beauty" hingegen versammelt altmeisterlich inszenierte Porträts von Personen, für die ein Schönheitsideal den ausgangspunkt zur Umgestaltung des eigenen Körpers darstellt. Es sind Körper und Gesichter, die durch zahlreiche Schönheitsoperationen verändert sind. Vor schwarzem Hintergrund stark ausgeleuchtet, erscheinen die Porträtierten umso künstlicher, Statuen ähnlich. Es sind so Porträts von Personen und zugleich Körpern entstanden, die selbst zu Kunstwerken geworden sind, im Spannungsfeld von Ideal, medizinischem Modellieren und menschlicher Physis. 

Auf unterschiedliche Weise lotet Phillip Toledano die Möglichkeiten der Fotografie aus - vom intimen, alltäglichen Schnappschuss bis hin zum artifiziellen Porträt.   

 

die Ausstellung bei artour: 

https://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/video-154178_zc-ca8ec3f4_zs-73445a6d.html

 

 

 

 

 

 

 

 

kunstmuseum extended

18. Januar - 28. Februar 2018 | Eröffnung am 17.1.2018, 19.00 Uhr

 

Obayanju Oluwapelumi, Nigeria

 

Studierende der "International Architecture Graduate School" an der Hochschule Anhalt, Dessau, haben sich im Sommersemester 2017 unter Anleitung ihres Dozenten Prof. Ralf Niebergall intensiv mit dem Kunstmuseum Magdeburg und dessen möglicher Erweiterung beschäftigt. Die Studierenden, die sich alle im Graduiertenstudium befinden und aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern nach Dessau kamen, hatten hier - ganz im Sinne des Bauhausgedankens - Gelegenheit, ihren eigenen Weg zu finden und sich einer intensiven und kritischen Auseinandersetzung zu stellen.

Auch einige talentierte Studierende im grundständigen Bachelor-Studiengang Architektur nahmen sich der Aufgabe an und so entstanden dreizehn Entwürfe, die eine so intensive Auseinandersetzung mit dem Thema zeigen, dass sie der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden sollten.

 

Rafael Lopez, El Salvador

 

Architektur als sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Aspekt, Museumsarchitektur als Medium der Repräsentation einer Stadt, des kulturellen Gedächtnisses einer Region oder einfach als Ort des Flanierens und der kulturellen Zerstreuung - Museen und ihre Architekturen sind wie kaum eine andere Kultureinrichtung der Gegenwart geeignet, modernes Freizeitverhalten und kulturelle Bildung aller Generationen miteinander zu vereinen.

Das Kunstmuseum Magdeburg, das 2015 sein 40jähriges Bestehen feierte, gehört zu den eher jungen musealen Einrichtungen in Deutschland. Doch schon längst genügen vorhandener Platz und die vorherrschenden Möglichkeiten nicht mehr dem Anspruch eines modernen Kunstmuseums in einer Landeshauptstadt.

 

Loo Man Lok, Malaysia, Visualisierungen (3): Hochschule Anhalt

 

Die hier vertretenen Graduierten der Hochschule Anhalt kommen aus Kenia, Malaysia, Nigeria, Indien, Bulgarien, Indonesien, El Salvador, Brasilien, Deutschland, Syrien und dem Irak. Sie haben mit ihren Entwürfen und Überlegungen ein Spektrum an Interna- tionalität geschaffen, das in dieser Form einmalig ist, weil es an sehr unterschiedliche architektonische Ausgangspunkte anknüpft. Manches erscheint fremd, anderes wiederum vertraut und so manches sofort umsetzbar. Allein die Zukunft wird zeigen, ob Architektur, ob Magdeburg, Dessau oder irgendwo anders in der Welt es verstehen wird, Menschen zu fesseln - in etwa so, wie es in der Vergangenheit auch der Gedanke des Bauhauses tat, in dessen Nachfolge all diese jungen Menschen nach Dessau gekommen sind, um dort ihrem Traum von innovativer Architektur ein Stück näher zu kommen.

Herrn Prof. Ralf Niebergall und seinen Studierenden gilt ein herzlicher Dank für die wunderbare Zusammenarbeit.