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20. Mai - 2. September: Judith Joy Ross - Fotografien seit 1982
Vernissage: 19. Mai 2012

Judith Joy Ross (* 1946) gehört zu den bekanntesten Fotografinnen der Gegenwart. Im Kunstmuseum Magdeburg war sie bisher mit Werken aus zwei ihrer wichtigsten Serien zu sehen: 2007 in der Ausstellung „Second View - Amerikanische Fotografie" mit Portraits at the Vietnam Veterans Memorial, aufgenommen 1983/1984 in Washington D.C.; 2008 in der Ausstellung „Standort Alltag - Everyday Ideologies" mit Protest the War, entstanden 2006/2007. Die allein ihrem Werk gewidmete Schau umfasst jedoch weitaus mehr Arbeiten. Dazu gehören Aufnahmen u.a. aus den Serien Portraits of the U.S. Congress (1986/1987), Baseball (1989 bis 1991), U.S. Army Reserve (1990), Elections (1996 bis 2010), Church People (2005/2006). Es handelt sich um die bislang umfassendste Ausstellung ihres Schaffens, die neben bekannten Fotografien auch bisher noch nie gezeigte oder veröffentlichte beinhaltet.
In ihren Arbeiten zeigt Judith Joy Ross psychologisch einfühlsame Portraits von Menschen, die das je Individuelle ebenso wie eine weite Spannbreite emotionaler Befindlichkeiten und Physiognomien vor Augen führen: Kinder, aufgenommen in ihrer Freizeit und Schule, Jugendliche auf dem Sprung in die Erwachsenenwelt, Menschen in der Begegnung mit politischen Fragestellungen, Männer und Frauen in ihren Berufen, engagiert im Ehrenamt oder in elterlicher Rolle. Dabei begegnet sie dem Einzelnen mit großer Offenheit und Respekt, sucht sein Bild im Alltag, fern davon, Schönheitsidealen und medialen Klischees nachzueifern. Die Kamera wirkt dabei auf ihre eigene Wahrnehmung wie ein klärender Filter. So versteht sich, dass sie, nach dem Rezept für ihre Aufnahmen befragt, einmal antwortete, dass sie sich weniger als Urheberin der Bilder sähe, denn als Vermittlerin einer gemeinsam erlebten Situation.
Judith Joy Ross hat ab 1966 am Moore College of Art in Philadelphia studiert und wechselte
1968 ans Institute of Design Illinois Institute of Technology in Chicago, wo sie u. a. Kurse bei Aaron Siskind und Arthur Siegel besuchte.
Eine Ausstellung in Kooperation mit der Photographischen Sammlung Stiftung Kultur, Köln


12. Juni - 9. September: Jannis Kounellis

Vernissage: 10. Juni 2012

Alltägliche Materialien sind in der zeitgenössischen Kunst inzwischen selbstverständlich. Wesentlich dazu beigetragen hat Jannis Kounellis (* 1936 in Piräus, Griechenland, lebt in Rom), eng verbunden mit den anderen Künstlern der Arte Povera. Immer wieder spielt dabei der Mantel eine wichtige Rolle. Aus Wolle gefertigt, schützt er vor Sonne oder Regen, ist Projektionsfläche, manchmal stilprägend oder Mittel der Distinktion. In seiner jüngsten Werkreihe wird der Mantel zum Pinsel. Getränkt mit Teer, entstehen auf Leinwänden Monotypien, jeweils singulär. Teer und Textil verbinden sich, lassen einen Rhythmus auf der Bildfläche entstehen, der mit dem tradierten Werkzeug des Pinsels unerreichbar ist. Gleichzeitig lädt Kounellis jedoch beide mit ikonografischen Kraft, die sie außerhalb der künstlerischen Sphäre nicht zu besitzen scheinen, aber offenbar dennoch in sich tragen. Das Offensichtliche, Zufällige ist ebenso das Geheimnisvolle, Namenlose.
Mit der Werkgruppe der Teerbilder schlägt Kounellis einerseits ein neues Kapitel seiner Kunst auf, andererseits fasst er mit ihr wesentliche Aspekte seines früheren Schaffens zusammen. Dies wird in der Ausstellung dadurch unterstrichen, dass den jüngsten Arbeiten eine Auswahl älterer Werke gegenübergestellt wird: neben einem Zahlen- und Ziffernbild aus dem Jahr 1959 Inkunabeln seines Oeuvres wie Senza Titolo (Cotoniera) und Senza Titolo (Carboniera), beide 1967.
Werke von Jannis Kounellis waren im Kunstmuseum zuletzt 2003 in der Ausstellung „La Poetica dell'Arte Povera" zu sehen.
Jannis Kounellis wurde 1936 in Piräus/Griechenland geboren, lebt und arbeitet seit 1956 in Rom, wo er an der Accademia di Belli Arti studierte. Von 1993 bis 2001 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Er gilt als Mitbegründer der Arte Povera.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Museum Kurhaus Kleve statt.

 

Juni bis August: Nathan Coley. MIRACLE


30. September 2012 - 15. Januar 2013: HEUTE. Malerei


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