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Das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen widmet sich heute vor allem der nationalen wie internationalen Kunst der Gegenwart. Es ist hervorgegangen aus der 1976 gegründeten „Nationale Sammlung Kleinplastik der DDR", deren Bestände von vornherein gemeinsam mit herausragenden Arbeiten der Skulpturensammlung aus dem ehemaligen Kaiser-Friedrich-Museum, dem heutigen Kulturhistorischen Museum, in den Räumen des ehemaligen Prämonstratenserklosters gezeigt wurden.

Die ausgestellten historischen Plastiken (Schwerpunkt: Spätgotik und Renaissance) zeugen von dem Willen der Begründer der Magdeburger Kunstsammlung, insbesondere ihres ersten Leiters Theodor Volbehr (1862-1931), neben Kunstwerken aus der Region vor allem herausragende Werke nationalen wie internationalen Ranges zu präsentieren, darunter auch hervorragende Skulpturen aus Italien. Hieran knüpft die aktuelle Sammeltätigkeit an, nachdem bis 1989 vor allem Plastiken und Bildhauerzeichnungen aus der DDR sowie deren künstlerische Wurzeln in der klassischen Moderne im Mittelpunkt standen - ein Höhepunkt sicher die Einweihung des Skulpturenparks mit ca. 50 Großplastiken im Außenraum des Museums im Herbst 1989. 1990 erfolgte auf Vorschlag des Ministeriums für Kultur die Übertragung der bis dahin „nationalen" Sammlung (ca. 1200 Skulpturen und 600 Bildhauerzeichnungen) an die Stadt Magdeburg.

Anders als noch zu Zeiten Theodor Volbehrs kann es heute nicht mehr darum gehen, die gesamte Breite künstlerischer Produktion museal abzubilden. Es werden vielmehr Korrespondenzen gesucht, die pointiert Zusammenhänge erläutern, um gleichzeitig ausreichend Freiräume für Tiefe und Beschränkungen im Sammlungsaufbau zu ermöglichen.

Neben gesicherten Positionen der internationalen Kunst seit den 1960er Jahren, die seit der Jahrtausendwende in der Sammlung vertreten sind, stehen auch Arbeiten internationaler wie nationaler Verortung weniger bekannter Künstlerpersönlichkeiten. Abseits von den großen Metropolen ermöglicht es der Standort Magdeburg auf Entwicklungen der Kunst einzugehen, die jenseits der bekannten Namen dennoch durch ihre unmittelbare Wirkung bestechen. Nicht der Kanon der Superlative, der in vielen Museen der Gegenwartskunst bereits existiert, durch weitere Hinzufügungen zu bereichern, sondern das Verständnis für das Einzelne, den Blick für das Andere zu schärfen, bleibt das Ziel des weiteren Sammlungsaufbaus. Dabei wird zwar auch weiterhin die Entwicklung der bildplastischen Künste im Auge behalten, die Beachtung gilt jedoch allen Formen der bildenden Kunst, der Malerei und Grafik, aber auch der Installation, der Fotografie und den neuen Medien, insbesondere dem Video.